Mittwoch, 26. Juli 2017

12.06.2017Recht

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Gesetzlich Versicherte bekommt privatärztliche Behandlung ersetzt

Verletzung
Ein Unfallgeschädigte hatte Schmerzen in Beinen und Hüfte. Sie erhielt die privatärztlichen Heilungskosten ersetzt - als gesetzlich Versicherte
© Foto: Juriah Mosin/Hemera/Thinkstock

Eine gesetzlich krankenversicherte Unfallgeschädigte kann sich vom Unfallverursacher eine privatärztliche Behandlung ersetzen lassen, wenn die Behandlung ihrem Lebensstandard entsprach und die Behandlung erfolgreich und wirtschaftlich war.

Das war passiert: Eine Fußgängerin wurde von einem Pkw angefahren und erlitt dabei Verletzungen an den Beinen und der Hüfte. Sie ging zu einem ihr lange vertrauten Privatarzt, der die Beschwerden schnell beheben konnte. Die Kosten in Höhe von 247 Euro verlangte sie von der Unfallverursacherin ersetzt. Diese weigerte sich jedoch zu zahlen - mit dem Hinweis, dass die Fußgängerin als gesetzlich krankenversicherte nicht einen Privatarzt habe aufsuchen dürfen.

Gericht: "Arzt des Vertrauens"

Das Amtsgericht Schleswig entschied zu Gunsten der Klägerin. Ihr stehe ein Anspruch auf Erstattung der privatärztlichen Behandlungskosten zu. Die Inanspruchnahme des Privatarztes sei nicht zu beanstanden gewesen. Die Behandlung sei im Hinblick auf die Höhe der Kosten nicht unwirtschaftlich gewesen. Zudem sei sie erfolgreich gewesen. Nicht außer Betracht blieb ferner, dass die Klägerin bereits vorher beim Privatarzt in Behandlung war und die Konsultation des Arztes daher ihrem bisherigen Lebensstandard entsprochen habe. Sie hätte auch ohne den Unfall bei sonstigen Beschwerden den Arzt aufgesucht, da es sich bei ihm um den Arzt ihres Vertrauens handele.

Amtsgericht Schleswig

Aktenzeichen 21 C 80/14

(tc)

 

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Ausgabe 7/17

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