Mittwoch, 19. September 2018

04.03.2016

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Hupen nur bei Gefahr

HUPE IST AUSSCHLIESSLICH WARNSIGNAL
Die Hupe dient zumindest innerorts ausschließlich als Warnsignal
© Foto: anwaltsauskunkft

Der Gesetzgeber hat den Gebrauch der Hupe streng geregelt. „Wer beispielsweise den Vordermann per Hupe auf die längst grüne Ampel hinweist, muss mit einem Bußgeld von fünf bis zehn Euro rechnen, je nachdem, ob auch eine Belästigung vorgeworfen werden kann oder nicht“, sagt Philipp Schreiber von TÜV SÜD in München. „Gehupt werden darf innerorts nur bei Gefahr, aber das wird anscheinend oft vergessen.“ Die gleichen Grundsätze gelten für den Einsatz der Lichthupe.

Die Hupe außerorts zu drücken, ist laut dem Experten in zwei Fällen gestattet: Wenn andere Verkehrsteilnehmer auf Gefahren hingewiesen werden sollen oder als Überholsignal. Ansonsten stellt der Einsatz der Hupe eine Ordnungswidrigkeit dar. Bei Missbrauch droht ein Bußgeld. „Innerorts sollten Autofahrer die Hupe nur mit besonderer Rücksicht und Zurückhaltung einsetzen. Schließlich stört das durchdringende und laute Signal sehr“, rät Schreiber. Wer sich und andere gefährdet sieht, darf die Hupe betätigen, etwa wenn ein Fußgänger unachtsam die Fahrbahn betritt.

„Grundsätzlich unterliegen Einrichtungen für Schallzeichen der Straßenverkehrszulassungsordnung“, erläutert der TÜV SÜD-Experte. Das bedeutet: Entspricht beispielsweise eine nachgerüstete Hupe nicht den Bestimmungen, so droht auch hier ein Bußgeld.

„Mit Bedacht sollte ebenso die andere Warnmöglichkeit in einem Auto, die Lichthupe eingesetzt werden“, sagt Schreiber. Außerhalb geschlossener Ortschaften darf man mittels Lichthupe seine Überhol-Absicht signalisieren. Ebenfalls darf die Lichthupe als Gefahrenzeichen eingesetzt werden, also wenn man sich oder andere gefährdet glaubt. „In allen anderen Fällen – etwa als Warnung vor Radarfallen oder zum Grüßen eines Bekannten – ist das Betätigen der Lichthupe verboten.“ Ebenfalls untersagt ist der Einsatz der Lichthupe als freundliche Geste, etwa um dem Gegenverkehr bei Straßenengpässen Vorfahrt zu gewähren oder Lastwagen nach dem Überholvorgang anzuzeigen, dass sie weit genug überholt haben, um wieder auf die rechte Spur fahren zu können. „In der Praxis aber sind da kaum Schwierigkeiten zu erwarten“, so Schreiber.

Grenzwertig wird es hingegen auf der Autobahn. Besonders auf den linken Spuren ist häufig wildes Betätigen von Lichthupen zu beobachten. Manche Autofahrer fühlen sich dadurch genötigt, obwohl es sich auch einfach nur um ein harmloses und legitimes  Überholsignal nach Paragraf 5 Straßenverkehrsordnung (StVO) handelt. „Wie so oft im Leben kommt es hier auf die Verhältnismäßigkeit an“, erläutert der Fachmann: „Wird die Lichthupe als Überholsignal überstrapaziert und lässt der Hintermann den Mindestabstand vermissen, handelt es sich wohl eher um Drängelei und damit Gefährdung der Verkehrssicherheit mit den entsprechenden Konsequenzen bei einer Anzeige“.

(TÜV SÜD/ts)

 

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