Mittwoch, 13. Dezember 2017

10.10.2017Recht

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Motorradfahrer ohne Schutzkleidung tragen Mitschuld

Motorrad
Schutzkleidung kann die Verletzungsgefahren und -folgen eines Sturzes erheblich verringern
© Foto: ADAC

Im Fall trug der Motorradfahrer während der Fahrt nur Jeanshosen und normale halbhohe Schuhstiefel, als er einen Unfall erlitt. Hätte er demgegenüber eine volle Schutzkleidung mit den dazugehörigen Motorradstiefeln getragen, wäre es nicht zu der Verletzung am Knöchel gekommen, stellte die mit der Schadenregelung beauftragte Versicherung danach fest. Denn entsprechende Kleidung könne die Verletzungsgefahren und -folgen eines Sturzes oder Unfalls erheblich verringern. Daher begründe das Nichttragen einer ausreichenden Schutzkleidung regelmäßig ein anspruchsminderndes Mitverschulden.

Dieser Grundsatz gilt aber dann nicht, wenn der Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht nicht ursächlich für die Verletzungen war. Konkret bedeutet das zum Beispiel: Die Verletzungen hätten auch durch Schutzkleidung nicht vermieden werden können.

Landgericht Köln

Aktenzeichen 18 O 148/08 

(tc)

 

 

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