Mittwoch, 13. Dezember 2017

02.12.2016Recht

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Nur fahrlässige Geschwindigkeitsüberschreitung bei defektem Tacho

Tacho
Ein defekter Tacho ließ das Amtsgericht Lüdinghausen an einer vorsätzlichen Geschwindigkeitsüberschreitung zweifeln
© Foto: Uwe Moser/Panthermedia

Im Fall überschritt ein Autofahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um 32 km/h. Dies war darauf zurückzuführen, dass der Tacho des Fahrzeugs defekt war. Eine Prüfung ergab, dass dieser bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h 58 km/h anzeigte. Der Autofahrer legte gegen den Bußgeldbescheid Einspruch ein.

"Indizwirkung erschüttert"

Das Amtsgericht Lüdinghausen verurteilte den Autofahrer wegen einer fahrlässigen Geschwindigkeitsüberschreitung zu einer Geldbuße. Zwar sei der Tacho defekt gewesen. Jedoch hätte der Betroffene erkennen müssen, dass er mehr als die zulässigen 50 km/h fuhr.

Zwar sei bei 32 km/h mehr als erlaubt ein grober Pflichtverstoß – also eine vorsätzliche Raserei – wahrscheinlich, mutmaßte das Gericht. Wegen des defekten Tachos sei aber die Indizwirkung dieses Tempoverstoßes „erschüttert“ gewesen und taugte damit nicht für ein entsprechendes Urteil.

Amtsgericht Lüdinghausen

Aktenzeichen 19 OWi - 89 Js 2669/15-258/15 

(tc)

 

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