Mittwoch, 13. Dezember 2017

30.10.2017Recht

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Ortskundiger Fahrer muss Engstellen kennen

Überholen
Im Fall des Amtsgerichts Ansbach kam es zu einer Kollision während des Überholvorgangs
© Foto: oneinchpunch/stock.adobe.com

Im Fall ereignete sich ein Verkehrsunfall zwischen einem Lkw und einem Pkw. Dabei wollte der Pkw zwei vor sich fahrende Lkw überholen. Als er den ersten Lkw überholt hatte und sich auf der Höhe des zweiten befand, verengte sich die Fahrbahn und es kam zu einer Streifkollision. Für den erlittenen Unfallsachschaden verlangte der Pkw-Fahrer Ersatz in Höhe von über 4.000 Euro.

Für beide Fahrzeuge vermeidbar 

Im Verfahren stellte der Sachverständige fest, dass sich der Lkw während des Überholvorgangs vom rechten Fahrbahnrand nach links bewegte, sodass sich der Seitenabstand der beiden Fahrzeuge auf 0,2 bis 0,4 Meter verringert hatte. Er konnte auch nicht ausschließen, dass sich auch der Pkw um 10 bis 15 cm nach rechts bewegt und dadurch den ohnehin geringen Seitenabstand weiter reduziert hat. Laut Gutachter wäre der Unfall für beide Fahrzeuge vermeidbar gewesen: Der Lkw hätte stets am äußersten rechten Fahrbahnrand fahren müssen, der Pkw hätte stark bremsen und nach links lenken müssen.

Nur zu 40 Prozent Ersatz des erlittenen Schadens 

Das Amtsgericht Ansbach nahm deshalb an, dass sowohl Lkw als auch Pkw eine Mitschuld am Unfall haben und sprach dem klagenden Pkw-Fahrer nur 40 Prozent seines erlittenen Schadens zu. Das Gericht führte aus, dass der Mann des überholenden Pkw die größere Schuld trage, da er als ortskundiger Fahrer die Verengung der Fahrbahn kannte und den erforderlichen Seitenabstand nicht eingehalten habe.

Amtsgericht Ansbach

Aktenzeichen 3 C 775/16

(tc)

 

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Ausgabe 12/17

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