Donnerstag, 22. Juni 2017

10.05.2017Recht

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Unfall mit dem Auto des Vaters: Zahlt die Kasko?

Junge Leute
Junge Leute unterwegs: Nicht immer ist das so vergnüglich wie auf dem Bild
© Foto: Syda Productions/stock.adobe.com

Ein Vater hatte sein Auto seinem Sohn und dessen beiden Freunden überlassen. Der Sohn hatte noch keinen Führerschein, daher sollte einer der Freunde fahren. Nach einem Unfall gab es den Verdacht, dass der führerscheinlose Sohn absprachewidrig das Auto gefahren hatte. Die Kasko verweigerte die Zahlung. Sie war der Meinung, der Vater habe damit rechnen müssen, dass sich auch sein Sohn ans Steuer setzen würde. Dies gelte umso mehr, als gegen seinen Sohn schon zweimal wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt worden sei. Er hatte zweimal ein frisiertes Mofa gefahren.

Kein grob fahrlässiges Verhalten des Vaters 

Die Versicherung muss den Schaden begleichen, urteilte das OLG Oldenburg. Denn das Verhalten des Vaters sei nicht grob fahrlässig gewesen. Es sei ausgemacht worden, dass ein Freund seines Sohnes fahren sollte. Nur wegen der Ermittlungsverfahren gegen seinen Sohn habe der Vater nicht mit dessen eigenmächtigen Handeln rechnen müssen. Diese Ermittlungsverfahren hätten sich auf die Nutzung eines frisierten Mofas bezogen. Zum Führen eines Autos ohne Fahrerlaubnis bestehe aber ein erheblicher Unterschied. Die Hemmschwelle liege bei einer Autofahrt deutlich höher, sagte das Gericht.

Oberlandesgericht Oldenburg 

Aktenzeichen 5 U 174/16 

(tc)

 

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Ausgabe 6/17

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