Montag, 16. Dezember 2019

01.04.2016

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Bei Verkehrsverstößen im Ausland drohen hohe Bußgelder

Bußgeld-Tabelle
Verkehrsverstöße im Ausland können sehr teuer werden
© Foto: ADAC

Überhöhte Geschwindigkeit, Telefonieren am Steuer, falsches Parken oder auch Fahren unter Alkoholeinfluss: Solche Verkehrsverstöße haben nicht nur in Deutschland schwerwiegende Folgen. In vielen europäischen Ländern drohen dafür hohe Bußgelder. Am teuersten wird es für den Autofahrer in Norwegen, gefolgt von Schweden und Italien.

Beim Fahren unter Alkoholeinfluss versteht man in Italien keinen Spaß. Ab einem Wert von 1,5 Promille im Blut kann es dort sogar passieren, dass das Fahrzeug enteignet wird, sofern Fahrer und Halter identisch sind. Eine ähnliche Regelung gibt es in Dänemark ab 2,0 Promille. Bußgelder ab 600 Euro aufwärts verhängen die Norweger, wenn sie einen Autofahrer mit 0,2 Promille oder höher am Steuer erwischen. In Schweden (ab 1,0 Promille) und Spanien (ab 1,2 Promille) drohen sogar Gefängnisstrafen.

Und auch zu schnelles Fahren kann teuer kommen: Wer beispielsweise das Tempolimit um 20 km/h überschreitet, muss in Norwegen mit einer Strafe von 420 Euro rechnen. In Schweden kostet der Verstoß 270 Euro, die Italiener verlangen 170 Euro.

Beim den Bußgeldern für das Telefonieren am Steuer ohne Freisprechanlage sind die Niederlande Spitzenreiter mit 230 Euro. Dahinter reihen sich Dänemark (200 Euro) und Italien (160 Euro) ein. Auch beim Falschparken gehören die Niederlande, zusammen mit Dänemark, mit ihren Bußgeldern von jeweils 90 Euro zu den kostspieligsten Ländern. Noch teurer wird es nur in Spanien mit bis zu 200 Euro. Platz vier belegt Dänemark mit 70 Euro.

Der ADAC rät deshalb allen Autofahrern, sich vorneweg über die Verkehrsvorschriften im jeweiligen Urlaubsland zu informieren. Wer dennoch ein Bußgeld kassiert, sollte dieses so schnell wie möglich begleichen. Denn laut dem ADAC gewähren unter anderem Italien und Spanien hohe Rabatte bei einer sofortigen Bezahlung. Und noch etwas sollten Autofahrer wissen: Innerhalb der EU werden verkehrssicherheitsrelevante Verstöße, wie etwa zu schnelles Fahren, inzwischen sehr wirksam verfolgt. Grund dafür ist der verbesserte Halterdatenaustausch. Dadurch werden die nötigen Bescheide schneller erstellt. Der Fahrzeughalter bekommt diesen dann mit Informationen in seiner Landessprache zugeschickt.

Wer allerdings versucht, sich vor der Bezahlung zu drücken, sei gewarnt: Nicht bezahlte Geldbußen können innerhalb der EU zwangsweise vollstreckt werden. Punkte in Flensburg gibt es für Verstöße im Ausland aber nicht. Zudem hat ein Fahrverbot, das von einer ausländischen Behörde ausgesprochen wurde, in Deutschland keinen Bestand.

(jg)

 

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