Mittwoch, 18. September 2019

18.12.2015Nachrichten

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Beschlossen: Führerscheinprüfung für Mexiko-Stadt

Mexiko Führerschein
In Mexiko-Stadt sterben im Schnitt täglich drei Menschen bei Verkehrsunfällen
© Foto: jkraft5/Fotolia

Die mexikanische Hauptstadt hat die Führerscheinprüfung eingeführt, berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel. Bislang konnten sich die Bewohner einer der verkehrschaotischten Städte der Welt einfach eine Fahrerlaubnis kaufen – für umgerechnet 37 Euro.

Die Führerscheinprüfung soll aus Theorie, Praxis und Sehtest bestehen, wenn Rechtslage und Budget es hergeben. Anfang 2016 soll es soweit sein.

„Allerdings gilt das Führerscheingebot nicht rückwirkend“, berichtet der Spiegel. „Die Mehrheit der Hauptstadtbewohner würde derzeit ohnehin keine gängige Führerscheinprüfung bestehen. Ampeln gelten vielen Autofahrern als farblich-dekoratives Element. Einparken? Kann keiner. Dafür gibt es die Parkplatzeinwinker, eine aufstrebende Berufssparte in Mexiko.“

Die neu eingeführte Führerscheinprüfung soll diese Missstände beheben. Wer die dazu nötige Fahrausbildung übernimmt, weiß allerdings noch keiner, denn Fahrlehrer sind laut Spiegel in Mexiko-Stadt eine äußerst seltene Spezies.

Vor zwölf Jahren nahm die Stadtregierung von der Führerscheinprüfung Abstand, um der Korruption Herr zu werden. Zu viele Antragsteller hätten diese mit Bestechungsgeld umgangen.

„Aber niemand dachte an die Folgen für den Straßenverkehr“, schreibt der Spiegel weiter. „In Mexiko-Stadt sterben im Schnitt täglich drei Menschen bei Verkehrsunfällen. In einer Umfrage wurde die Metropole vor einigen Jahren zur Stadt mit dem weltweit größten Verkehrschaos gekürt: Nirgends auf dem Planeten leidet der Autofahrer mehr. Ähnlich schlecht fühlen sich nur Fahrzeuglenker im chinesischen Shenzen und in den afrikanischen Megastädten Johannesburg und Nairobi.“

(tc)

 

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