Mittwoch, 13. Dezember 2017

13.10.2017Nachrichten

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Carsharing verleitet zum Rasen

Carsharing
Raser würden vermehrt Carsharing-Autos für ihre Touren nutzen, warnt die Gewerkschaft der Polizei
© Foto: Auto-Medienportal.Net/TÜV Süd

Unfallforscher warnen nun vor einer gefährlichen Entwicklung: Ihrer Meinung nach verleiten die zeitbasierten Mietmodelle der Carsharing-Betreiber zum Rasen und erhöhen damit die Unfallgefahr. Warum das so ist? Rund 20 Euro kostet es, eine Stunde beispielsweise in einem BMW 1er durch den Stadtverkehr zu fahren. Im sogenannten Free-Floating ohne feste Mietstation wird die Fahrt minutengenau abgerechnet. Wer also schnell fährt, spart Geld. Das berichtet die Zeitschrift „Auto Bild“.

„Natürlich können zeitbasierte Modelle dazu verführen, dass man schneller fährt, als man sollte“, sagt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer. Auch eine Sonderauswertung der Berliner Polizei zu 18- bis 24-jährigen Autofahrern, die häufig auch Mietwagen nutzen, zeigt: Im letzten Jahr seien in dieser Gruppe die Unfälle mit „nicht angepasster Geschwindigkeit“ um fast ein Drittel gestiegen. „Wir erkennen eine Tendenz, dass Raser vermehrt Carsharing-Autos für ihre abenteuerlichen Touren nutzen“, sagt Arnold Plickert, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Nordrhein-Westfalen. Bevor man den eigenen Wagen zu Schrott fahre, miete man sich lieber einen fremden.

Problematisch findet die GdP auch, dass Carsharing-Anbieter nur wenig über ihre Neukunden wissen. Eine Art Schufa als Auskunftsinstrument über Punkte in Flensburg wäre sinnvoll. Bis dahin sind die Verleiher auf Hinweise der Polizei angewiesen. DriveNow-Sprecher Niklas Merk: „Werden uns Fahrer wegen Fehlverhaltens gemeldet oder von der Polizei wegen Verstößen aufgegriffen, werden die Fahrer sofort gekündigt.“ (ampnet/jri/ts)

 

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