Sonntag, 22. Oktober 2017

18.07.2017Nachrichten

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Dringend gesucht: Fahrlehrer!

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Die Situation spitzt sich zu: Viele Fahrschulen finden kein Personal
© Foto: gustavofrazao/adobe.stock.com

Rund 2,7 Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr arbeitslos gemeldet. Gleichzeitig fällt es in bestimmten Branchen zunehmend schwerer, offene Stellen zu besetzen. Laut der Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit, die auf Statistikdaten der Bundesagentur für Arbeit wie den gemeldeten Stellen und registrierten Arbeitslosen basiert, gibt es keinen flächendeckenden Fachkräftemangel in Deutschland. Allerdings gebe es Engpässe in einzelnen technischen Berufsfeldern, in Bauberufen sowie in einigen Gesundheits- und Pflegeberufen. Und auch Fahrlehrer zählen zu den Berufsgruppen, für die ein bundesweiter Fachkräftemangel erkennbar ist.

Die Situation verschärft sich deutlich

Laut der Analyse sind gemeldete Stellen für Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer durchschnittlich 175 Tage vakant – und damit 75 Prozent länger als im Durchschnitt über alle Berufe. Zudem kamen rechnerisch nur 63 Arbeitslose auf 100 gemeldete Arbeitsstellen und die berufsspezifische Arbeitslosenquote lag bei lediglich 0,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Mangelsituation deutlich angespannt: So sei die Vakanzzeit um 34 Tage gestiegen, heißt es in der Fachkräfteengpassanalyse. Berufliche Substitutionsmöglichkeiten seien innerhalb der Berufsgruppe, zu der die Fahrlehrer gehören, nicht gegeben. Deshalb müsse bei Fahrlehrern von einem Mangel ausgegangen werden, obwohl die Vakanzzeit für die gesamte Berufsgruppe die Engpasskriterien nicht erreicht, macht die Bundesagentur für Arbeit weiterhin deutlich.

Dass es Probleme bei der Besetzung der Stellen gebe, könne aber nicht nur daran liegen, dass es zu wenige qualifizierte Kräfte gibt. Auch eine zu geringe Bekanntheit des Arbeitgebers, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen, sowie die geringe Attraktivität und das negative Image des Arbeitgebers oder des Berufsfeldes kämen als Ursachen infrage, so die Bundesagentur. Laut der Analyse könnten zudem unattraktive Arbeitsbedingungen wie beispielsweise Befristungen, fixe Arbeitszeiten, Schichtarbeit, eine schlechte Work-Life-Balance sowie eine geringe Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf problematisch sein. (ts)

 

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