Montag, 20. August 2018

06.08.2018Recht

drucken email

Reißverschlussverfahren: Der Spurwechsler ist (im Normalfall) schuld

Spurwechsel
Stau, Baustelle, Reißverschlussverfahren: Wer beim Spurwechsel nicht aufpasst, bekommt schnell die Schuld an einem Unfall
© Foto: Picture-alliance/Peter Steffen/dpa

Das war passiert: Auf der Autobahn ging es langsam voran, ein Fahrer auf dem linken Fahrstreifen musste per Reißverschlussverfahren auf den rechten wechseln. Dabei kam es zu einem Unfall mit einem Lkw.

Für das Oberlandesgericht München war die Sache eindeutig: Der Spurwechsler ist schuld. Die Richter erkannten einen „typischen“ Unfallhergang, den Paragraf 7 Abs. 5 StVO genau verbietet: Pkw-Fahrer wechselt Spur, passt nicht auf und gefährdet andere. Der Pkw-Fahrer konnte zu seiner Entlastung nichts liefern, was auf einen außergewöhnlichen Unfallhergang deute. Insofern spreche der „Anscheinsbeweis“ für die Schuld des unaufmerksamen Spurwechslers.

Oberlandesgericht München

Aktenzeichen 10 U 4565/16

(tc)

 

Aktuelle Magazin-Ausgabe

Ausgabe 8/18

Titelbild