Donnerstag, 21. September 2017

10.09.2017Nachrichten

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Reißverschlussverfahren: Zu frühes Einfädeln birgt Gefahren

DVR Plakat Reißverschlussverfahren
Das Plakat des DVR zeigt, wie das Reißverschlussverfahren richtig angewandt wird
© Foto: DVR

Unfälle, Baustellen und andere Fahrbahnverengungen führen vor allem auf Autobahnen häufig zu Staus. Dazu kommt, dass sich viele Autofahrer an Engstellen nicht richtig verhalten. Dabei ist das Vorgehen laut dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in solch einem Fall in § 7 Absatz 4 der Straßenverkehrsordnung eindeutig geregelt. Demnach ist das sogenannte Reißverschlussverfahren anzuwenden, wenn auf einer Straße mit mehreren Fahrstreifen für eine Richtung ein Fahrstreifen endet oder wegen eines Hindernisses nicht weiter befahrbar ist. Voraussetzung sei zudem, dass der Verkehr so dicht ist beziehungsweise die Abstände der Fahrzeuge untereinander so gering sind, dass ein Einordnen auf den durchgehenden Fahrstreifen mit ausreichendem Abstand nicht mehr möglich ist.

Beim Reißverschlussverfahren ordnen sich die Fahrzeuge abwechselnd hintereinander auf der weiterführenden Spur ein. Was viele aber laut DVR nicht wissen: Das abwechselnde Einfädeln beginne erst unmittelbar vor Beginn der Verengung. „Viele Fahrerinnen und Fahrer wechseln schon mehrere hundert Meter vor der Verengung die Spur. Das kann je nach Verkehrsdichte dazu führen, dass das Stauende sich weiter nach hinten verschiebt. Abrupte Spurwechsel erhöhen außerdem die Gefahr von Unfällen“, warnt Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des DVR. „Im Gegenzug müssen die Fahrer auf der freien Spur den anderen Verkehrsteilnehmern natürlich die Möglichkeit geben, sich dort einzufädeln.“

Die richtige Umsetzung des Reißverschlussfahrens ist eines der zehn Plakatmotive der Serie „Wie war das noch mal?“ des DVR und des VDSI – Verband für Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz bei der Arbeit. Die Serie soll zum sicheren Verhalten im Straßenverkehr beitragen und ist eingebettet in die Sicherheitsstrategie „Vision Zero“. Deren Ziel: Kein Mensch soll im Straßenverkehr oder bei der Arbeit getötet oder so schwer verletzt werden, dass er lebenslange Schäden davonträgt. „Auf diesen Plakaten stellen wir typische Situationen vor, in denen viele Fahrer nicht genau wissen, wie sie sich sicher und richtig verhalten sollen“, so Rainer von Kiparski, Vorstandsvorsitzender des VDSI. Die Motive stehen als kostenfreie Downloads unter www.vdsi-unterwegs-aber-sicher.de und www.deinewege.info zur Verfügung. (ts)

 

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