Rein statistisch gesehen schlägt einmal in zehn Jahren bei jedem Auto der Pannenteufel zu. Viele Hersteller rüsten deshalb Neuwagen mit Kompressor und Dichtmittel aus, versprechen so mehr Platz im Auto, weniger Gewicht und keinen aufwändigen Reifenwechsel vor Ort. Mit dem kleinen Kompressor wird das Dichtmittel in den Reifen gedrückt. Die Pannenhilfe gibt es auch als Spray und Quetschflasche. Nach geglückter Notversorgung muss der Fahrer im gemäßigtem Tempo die nächste Werkstatt ansteuern. Der Pneu darf nicht mehr repariert werden. Laut Kfz-Innung ist das Notset bei größeren Schäden nutzlos, da die Chemie nur kleine Risse und Stichverletzungen in der Lauffläche kittet. Ein Reserverad gibt Autofahrern das Gefühl der Sicherheit, weil sie gleich vor Ort den Schaden beheben und weiterfahren können. Gegen das Reserverad sprechen Gewicht, Größe und ein höherer Kraftstoffverbrauch. Das Notrad im Wagen spart hingegen Raum und ist eine günstige Preis-Alternative zum vollwertigen Reserverad. Auch hier rät die Kfz-Innung: Nach der Montage mit maximal 80 Stundenkilometern zum Reifenwechsel in den nächsten Kfz-Betrieb fahren. Wer sich für Not- oder Reserverad entscheidet, sollte spätestens zweimal im Jahr beim Wechsel auf Winter- oder Sommerreifen den Luftdruck prüfen. Ein Bar über dem in den montierten Rädern oder der vom Hersteller maximal angegebene Wert sind perfekt. Trotz Reifenpanne weiterfahren ist kein Problem mit den innen zusätzlich mit Gummiteilen ausgestatteten Pneus. Sie haben Notlaufeigenschaften. Da Reifenschäden hier meist nicht auffallen, sind Autos oft mit einem Reifendruck-Kontrollsystem ausgerüstet. Das Sicherheitsfeature wird ab 2012 in jedem in der EU zugelassenen neuen Fahrzeugmodell vorgeschrieben. (ab)
Reifen richtig reparieren
Die Reifenexperten der Kfz-Innungen erklären Vor- und Nachteile von Reparaturmöglichkeiten.