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Digitalisierung mit Augenmaß

Dieter Quentin sprach sich entschieden dafür aus, den Präsenzunterricht beizubehalten
© Foto: André Tillmann

Im Workshop 1 legte Dieter Quentin los mit seinem Thema „Digitalisierung und neue Mobilität – Auswirkungen auf die Fahrschulen“. Er plädierte für eine differenzierte Sichtweise.


Datum:
22.11.2019
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Kann man in Zukunft dank Digitalisierung auf den Theorieunterricht verzichten? Darüber habe es in der Vergangenheit „heftige Diskussionen“ gegeben, sagte der BVF-Vorsitzende und nannte ein paar der landläufigen Argumente für dessen Abschaffung: Die jungen Kunden wollen nur noch online lernen etwa, außerdem sei es ja eh billiger. Aber, betonte Quentin, „Präsenzunterricht hat seine Berechtigung“, auch wenn die Auslagerung bestimmter Lernbereiche möglich sei und digitales Lernen die verkehrspädagogische Tätigkeit durchaus sinnvoll unterstützen könne, etwa beim Pauken von Fakten und zur Prüfungsvorbereitung.

Verkehrssicherheit funktioniert nicht allein digital

„Ich möchte eines klarstellen“, unterstrich Quentin, „ich bin nicht gegen Digitalisierung in der Ausbildung, aber ein Verfechter des Präsenzunterrichts in Bereichen, die nicht anders vermittelbar sind. Es geht uns um Verkehrssicherheit, nicht rein um betriebswirtschaftliche Zahlen – und das kann nicht allein digital funktionieren, sondern im Austausch im Unterricht.“

In der Praxis müsse sich die Digitalisierung in der Ausbildung niederschlagen, „sonst müssen wir uns den Vorwurf der verstaubten Ausbildung gefallen lassen“, gab er zu bedenken. Die Tätigkeit des Fahrlehrers werde sich deshalb ändern, es gehe künftig nicht mehr ums Schalten und Anfahren. „Eine moderne Ausbildung sollte unter anderem auch dafür sorgen, dass Fahrassistenzsysteme in die Köpfe der Bewerber kommen und auch geprüft werden“, forderte Quentin. Es fehle jedoch noch eine Ausbildungsvorschrift für eine verpflichtende Ausbildung dieser Systeme. 

 „Account anlegen genügt nicht“

In der Fahrschulverwaltung lobte der Bundesvorsitzende Paragraf 21 FeV als gelungene digitale Neuerung: Der Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis kann demnach auch elektronisch erfolgen, das sei „eine gute Möglichkeit“. Auch in den Paragrafen 16 und 17 FeV habe es wichtige Änderungen gegeben: Es werde in Zukunft möglich sein, den Ausbildungsnachweis (ehemals Ausbildungsbescheinigung) auch elektronisch mitzuteilen, sagte Quentin. TÜV Nord und Dekra etwa bieten diese Möglichkeit zum 1. Januar 2020 an.

Als letzten Punkt sprach Quentin die Werbung und die Kommunikation der Fahrschule an, die durch Digitalisierung ebenso verändert werde. Steigende Zahlen bei jungen Internetnutzern sowie die große Rolle, die soziale Medien spielen, würden keine Wahl lassen, sagte er: „Es geht nicht darum, ob wir Social Media nutzen, sondern nur wie gut. Wir müssen uns mit der Materie befassen. Dabei genügt es nicht, einen Account anzulegen und eine Story zu posten.“

Simulator als gute Ergänzung

„Automatisierung muss man lernen“, stellte Alexandra Neukum, Geschäftsführerin des Würzburger Instituts für Verkehrssicherheit , in ihrem Vortrag klar und forderte deshalb, dass Fahrassistenzsysteme und Simulatoren im Fahrschulunterricht aufgegriffen werden sollten. Unter anderem führte sie dazu eine Studie von General Motors an, die ihrer Ansicht nach belegt, dass Assistenten die Unfallzahlen reduzieren.

Simulatoren würden zunehmend in Fahrschulen eingesetzt, sagte sie, vor allem bei motorischen Abläufen und ersten Schritten. Außerdem sei ein Hauptvorteil deren standardmäßige Darstellung von komplexen Situationen. „Der Simulator ist eine gute Ergänzung zum Fahrlehrer“, betonte Neukum, die Lerninhalte der Ausbildung müssten aber überarbeitet und erweitert werden.

Elli: E-Mobilität auf die Straße bringen

René Meißner stellte die Volkswagen-Tochter Elli (Electric & Life) vor, ein Beratungsunternehmen, das sich um Ladeinfrastruktur für Elektromobilität kümmert. Man wolle E-Mobilität „auf die Straße“ bringen, kündigte er an. Öffentliches Laden sei dabei ein Schlüsselelement. „Elli bietet deshalb alle begleitenden Services an, um den Kunden umfassende Charging-Erfahrung zu ermöglichen.“

Meißner ging ins Detail, als er Installation, Funktion und Preise verschiedener Wallboxen und anderer Ladelösungen für Privathaushalte, Firmengelände und öffentlichen Raum präsentierte. „Wir beraten für einen zukunftssicheren Wechsel zur E-Mobilität“, sagte er.

(tc)

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