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Fahrlehrerkongress: Autonomes Fahren und die Rolle der Fahrlehrer

Rund 100 Fahrlehrer und Experten diskutierten angeregt über Fahrerassistenzsysteme und ihre Bedeutung für die Fahrlehrerschaft
© Foto: Werner Kuhnle

Mit dem Thema „Fahrerassistenzsysteme“ und ihrer Bedeutung für die tägliche Arbeit der Fahrlehrer beschäftigten sich die Teilnehmer des Workshop III auf dem Fahrlehrerkongress in Berlin.


Datum:
10.11.2016
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Die Entwicklung zum hochautomatisierten Fahren und die Einbindung von Fahrerassistenzsystemen in die Fahrschülerausbildung - dies trieb Vortragende und Fahrlehrer im Workshop III auf dem Fahrlehrerkongress in Berlin um. „Wir erleben zur Zeit eine Revolution“, brachte Kurt Bartels, 2. stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF), die aktuelle Entwicklung auf den Punkt. Hersteller und Politik treiben das autonome Fahren voran – und die Frage, die Bartels an die Runde stellte, lautete: „Werden Fahrlehrer in Zukunft überhaupt noch gebraucht?“

Die Antwort der Experten lautete: Ja. Auf jeden Fall noch eine sehr lange Zeit. Noch sind viel zu viele Hürden zu überwinden, Haftungs- und Ethikfragen zu klären. Aber auch Fragen, die nicht jeder auf dem Schirm hat, stehen auf der Agenda: Wie kann verhindert werden, dass Besitzer ihr Auto selber hacken und tunen (Stichwort: „Internes Hacking“)? Wer fährt beim Platooning vorne und wer hinten (und spart damit Kraftstoff)? Und: Wollen die Leute überhaupt in einem Fahrzeug sitzen, in dem sie nicht mehr eingreifen können? Viele Fragen, auf die zur Zeit noch die Antworten gesucht werden, ein Prozess, der sich noch viele Jahre hinziehen wird.

Eines der größten Hindernisse überhaupt im Zeitalter der Fahrassistenzsysteme ist es, den Fahrer zum „Überwachen der Funktionen“ zu bringen, selbst wenn diese nahezu perfekt laufen. Der Mensch neige dazu, abzuschalten, wenn er nicht mehr gefordert wird. „Es ist eine völlig neue Herausforderung, in einem teilautonomen Fahrzeug die Funktionen ständig zu überwachen  und dennoch bei der Sache zu bleiben“, sagte Professor Markus Hackenfort von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Zudem dürfe es nicht dazu kommen, dass Autofahrer durch die ständige Nutzung autonomer Fahrfunktionen ihre Reaktions- und Fahrkompetenzen verlieren.

Die nächste Stufe im Prozess zum vollautomatisierten Fahren wird dabei entscheidend. Das machte Udo Schüppel von „FSD Zentrale Stelle“ deutlich. In dieser Phase könnte der Fahrer erstmals seine Aufmerksamkeit auf andere Dinge richten – mit allen Konsequenzen. Wenn man über Autonomes Fahren in der Stadt rede, sei es zudem notwendig, die Infrastruktur mit einzubeziehen.

In Sachen Fahrlehrerberuf wird dennoch nicht alles bleiben wie bisher: „Die Rolle des Fahrlehrers wird sich enorm verändern“, sagte Hackenfort. Udo Schüppel pflichtete ihm bei: „Fahrlehrer können und müssen in Zukunft ihren Schülern beispielweise auch Fahrerassistenzsysteme erklären“, sagte der Diplom-Psychologe. 

Peter Glowalla, Fahrlehrer-Verband Berlin, wurde bei diesem Thema konkret: „Fahrlehrer müssen sich mit diesem Thema beschäftigen und ihr Wissen an ihre Fahrschüler weitergeben“, sagte der Experte. Sein Vorschlag: „Jedes Prüfungsfahrzeug soll künftig mindestens fünf Fahrerassistenzsysteme aus definierten Bereichen aufweisen.“ Und auch der Prüfer solle im Rahmen einer Fahrerlaubnisprüfung den Bewerber anweisen können, drei von ihm genannte Fahrerassistenzsysteme zeitweise während der Prüfungsfahrt einzusetzen.

Kurt Bartels fasste die engagierte Diskussion im Workshop zusammen: „Wir als Fahrlehrer müssen aktiv werden und dürfen das Feld nicht anderen überlassen“, sagte er. „Dabei geht es um einen Spagat zwischen der Ausbildung der Grundfunktionen und der Einbeziehung der Fahrerassistenzsysteme.“

Die Bildergalerie finden Sie hier: http://www.fahrschule-online.de/workshop3

(tr)

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