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GTÜ-Test: Billigreifen können lebensgefährlich sein

Bis zu zehn Metern Unterschied beim Bremsweg - der GTÜ-Reifentest bringt die alarmierende Wahrheit ans Licht
© Foto: Götz/GTÜ

Die Gesellschaft für Technische Überwachung hat Sommerreifen getestet - mit verheerenden Ergebnissen.


Datum:
04.07.2014
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Beim Kauf von vermeintlich günstigen Sommerreifen ist höchste Vorsicht geboten. Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung warnt vor sogenannten „Billigreifen“ aus chinesischer und osteuropäischer Produktion und belegt dies mit den alarmierenden Ergebnissen aus einem Praxistest. Die GTÜ-Experten haben sechs dieser Reifen in der gängigen Größe 215/45 R17 auf ihre Bremsweg-, Nässe- und Handling-Eigenschaften getestet. Als Referenzreifen diente ein westeuropäischer Markenreifen, montiert auf einem serienmäßigen VW Golf GTI.

Bei einer Vollbremsung auf nasser Fahrbahn aus einer Geschwindigkeit von 100 km/h hat im Vergleich zum Referenzreifen (49,9 m gesamt) selbst der beste der Billigreifen einen über sechs Meter längeren Bremsweg (56,2 m gesamt). Der schlechteste Reifen kommt sogar erst nach zwölf Metern mehr (61,9 m gesamt) zum Stillstand. „Dies kann im schlimmsten Fall für den Autofahrer tödlich sein“, sagen die GTÜ-Experten. Nicht weniger erschreckend sind die Restgeschwindigkeiten beim Bremsvorgang aus 100 km/h. Während das Auto mit den Referenzreifen nach knapp 50 Metern steht, rauschen die Fahrzeuge mit den „Billigreifen“ – trotz identischen Bremsvorgangs – mit Geschwindigkeiten von bis zu 44 km/h vorbei und kommen erst viele Meter weiter zum Stillstand.

Wie gut oder wie schlecht ein Reifen ist, zeigt sich auch beim Aquaplaning-Verhalten. Der Referenzreifen bleibt bei 80 km/h in der Spur und schwimmt nicht auf. Ganz anders die Billigreifen: Beim Überfahren der Nassfläche schwimmen die Pneus auf, das Auto untersteuert massiv und kann selbst durch heftiges Einlenken nicht auf Kurs gehalten werden. Der schlechteste Reifen schafft gerade mal 58 Prozent der Leistungsfähigkeit des Referenzreifens.

Ähnlich schlecht verhalten sich die billigeren Reifen auf dem Handling-Kurs. Schon beim Anfahren fehlt es ihnen an Traktion und der Golf mit den Referenzreifen fährt vornweg. Die Billigreifen haben keine Chance: schlechtes Grippniveau, keine Seitenführung, heftige Lastwechselreaktion schon bei langsamer Geschwindigkeit und kaum Traktion.

Einige der Billigfabrikate mit Sommerreifenprofil werden sogar mit M+S-Kennzeichnung auch als Winterreifen angeboten. Die GTÜ-Sicherheitsexperten raten vom Kauf solcher Reifen dringend ab, da die Testergebnisse im Nassverhalten allesamt verheerend sind.

Zu den katastrophalen Fahreigenschaften vieler Billigreifen kommt noch ein weiteres Manko hinzu: Die Preise  sind mittlerweile so hoch, dass man schon für 25 bis 30 Euro mehr einen Markenreifen bekommt. "Rund 100 Euro Aufpreis für einen Satz Markenreifen sind deshalb allemal eine gute Investitionen für die Sicherheit", lautet das Fazit der GTÜ.

Testergebnisse der billigeren Reifen 225/45 R17:
ABS-Bremsen auf nassem Asphalt aus 100 km/h

Marke Bremsweg   Restgeschwindigkeit
Westlake SV 308   56,2 m 33,5 km/h
Kormoran Gamma B2   57,2 m 35,8 km/h
Goodride SA05 57,3 m 36,0 km/h
Kenda KR20 60,4 m 41,6 km/h
Federal S5 595 60,5 m 41,8 km/h
Riken Maystorm 61,9 m 44,0 km/h
Referenzreifen 49,9 m 0,0 km/h

 

 

 

 

 

 

So hat die GTÜ getestet
Die Reifen der Dimension 215/45 R17 wurden auf zwei serienmäßigen Golf GTI auf einer ausgewiesenen Reifenteststrecke getestet. Als Referenzreifen dienten Pneus der Marke Dunlop. Eine spezielle Hard- und Software der neuesten Generation sorgte für präzise Messergebnisse. Sämtliche Daten wurden onboard erfasst und von Reifenexperten vor Ort ausgewertet.

(se)

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