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Halbzeitbilanz Verkehrssicherheitsprogramm 2011-2020

Auch ein einzelner, relativ dünner Baum am Straßenrand kann Menschenleben kosten. In den vergangenen 20 Jahren haben in Deutschland knapp 22.000 Menschen ihr Leben durch Baumunfälle auf Landstraßen verloren
© Foto: DVR

Bis 2020 soll die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr um 40 Prozent sinken. Mit den bisherigen Ergebnissen sei dieses Ziel nicht leicht erreichbar, lautet ein Zwischenfazit des DVR.


Datum:
07.10.2015
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Das 2011 von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte nationale Verkehrssicherheitsprogramm strebt an, die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. Mit den bisherigen Ergebnissen sei dieses Ziel nicht leicht erreichbar, lautet ein Zwischenfazit des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR).

„Im Zeitraum 2014 bis 2020 müssten im Schnitt jedes Jahr rund 160 Menschen weniger im Straßenverkehr ums Leben kommen“, erklärt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. „2014 hatten wir 3.377 Getötete im Straßenverkehr. Ausgehend von den 4.009 Getöteten des Jahres 2011 ergibt sich somit bis heute nur ein Rückgang von knapp 16 Prozent.“

„Noch ist es nicht zu spät. Mit einer konsequenten und gefährdungsorientierten Fokussierung auf Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit können wir die Zielmarke bis 2020 dennoch erreichen“, zeigt sich der DVR-Präsident zuversichtlich. Der DVR empfiehlt eine Reihe von Maßnahmen:

  • Landstraßen: Der DVR empfiehlt, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf sehr schmalen Landstraßen mit einer Fahrbahnbreite bis sechs Metern auf 80 km/h zu begrenzen. Wo die Sichtweite nicht ausreiche, um gefahrlos überholen zu können, solle zudem die Anordnung von Überholverboten geprüft werden.
  • Ahndung von Geschwindigkeitsübertretungen: Weiterhin nötig sei die konsequente Überwachung und Ahndung von erheblichen Geschwindigkeitsübertretungen. Nach wie vor spielt die nicht angepasste Geschwindigkeit eine wichtige Rolle im Unfallgeschehen: 34,3 Prozent aller Todesopfer und 23,4 Prozent aller Schwerverletzten waren 2014 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf diese Unfallursache zurückzuführen.
  • Baumunfälle: Derzeit sterben rund 20 Prozent aller Getöteten im Straßenverkehr beim Aufprall auf Bäume. Der DVR ist der Meinung, dass Straßen möglichst so gestaltet sein sollen, dass sie Fehler von Menschen so weit wie möglich verzeihen können. „Daher sollten Neuanpflanzungen von Alleen und Nachpflanzungen in der Regel nicht erfolgen. Sofern dennoch Bäume gepflanzt werden, sind neben einem ausreichenden Abstand zur Fahrbahn zusätzlich Schutzplanken vorzusehen“, fordert der DVR-Präsident.
  • Null Promille: Der DVR tritt für ein absolutes Alkoholverbot am Steuer ein.
  • Innerorts 30 km/h: Der DVR plädiert für einen Modellversuch, in dem die Regelgeschwindigkeit innerorts von 50 auf 30 km/h umgekehrt wird. Ein wissenschaftlich begleiteter Modellversuch sei hilfreich, um zu gesicherten Erkenntnissen hinsichtlich der festgelegten Wirkungen, der Reduktionspotenziale von Unfällen und deren Übertragbarkeit zu gelangen.
  • Risikogruppe Ältere: Im Jahr 2014 sind 987 Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren ums Leben gekommen. Es müsse weiterhin für mehr freiwillige Gesundheitschecks geworben werden, wie in der „Aktion Schulterblick“ des DVR. Ferner sollten Modelle für freiwillige Feedbackfahrten unter professioneller Anleitung entwickelt werden.
  • Risikogruppe Fahranfänger:  Im Jahr 2014 verloren 496 junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren ihr Leben im Straßenverkehr. Auch hier empfiehlt der DVR Feedbackfahrten: „Die jungen Leute brauchen längere Lernzeiträume, um die notwendige Professionalität am Steuer zu erlangen“, sagt Eichendorf. Dazu müssten immer wieder Möglichkeiten der Selbstreflexion, sogenannte Korrekturschleifen, in die Fahrausbildung und die erste Zeit des selbstständigen Fahrens eingebaut werden. „Die Vorschläge liegen auf dem Tisch, jetzt müssen sie in eine modellhafte Erprobung überführt werden“, fordert der DVR-Präsident.

(DVR/tc)

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