Mehrheit für schärfere Promillegrenze für Radler

23.01.2026 09:46 Uhr | Lesezeit: 3 min
Fahrrad
Die quasi bayerische Regel von zwei Maß Bier am Fahrrad steht in der Kritik
© Foto: Karl-Hendrik Tittel/Getty Images/iStock

Die bisherige Regelung ist den meisten Menschen laut einer Befragung nicht bekannt. Ein Bewusstsein für die Gefahren von Alkohol scheint hingegen vorhanden zu sein.

Goslar (dpa) - Eine Mehrheit spricht sich für eine schärfere Promillegrenze für Radfahrer aus. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die überwiegende Mehrheit der Befragten (82 Prozent) sprach sich für eine Promillegrenze von 0,5 oder geringer aus; knapp ein Drittel war für ein absolutes Alkoholverbot auf dem Fahrrad.

Die Umfrage mache deutlich: "Die Gesellschaft ist bereit für strengere Regelungen", sagte der Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates, Manfred Wirsch. Bisher dürfen Radfahrer und -fahrerinnen mit bis zu 1,6 Promille Alkohol im Blut unterwegs sein, sofern sie keinen Unfall bauen oder Ausfallerscheinungen haben. Andernfalls begehen sie eine Straftat, die unter anderem mit dem Entzug des Führerscheins oder Geldstrafen geahndet werden kann. Eine niedrigere Promillegrenze, wie die 0,5-Promille-Regelung beim Auto, ab der eine Ordnungswidrigkeit vorliegt, gibt es für Fahrräder bisher nicht.

Nur wenige kennen die derzeitige Regelung

Die gültigen Regeln kannte laut der Befragung weniger als jeder Fünfte. Knapp die Hälfte der Befragten vermutete die Promillegrenze für die sogenannte absolute Fahruntüchtigkeit bei 0,5 statt 1,6 Promille. Die überwiegende Mehrheit der Befragten hielt eine Bußgeld- bzw. Ordnungswidrigkeiten-Regelung auch für das Fahrrad für sinnvoll. Zudem schätzten die meisten der Befragten auch bereits leichten bis mäßigen Alkoholkonsum als sehr starke oder starke Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit ein.

In der kommenden Woche soll das Thema beim Verkehrsgerichtstag in Goslar besprochen werden. Experten haben sich bereits für schärfere Promille-Regeln ausgesprochen. Im Raum stehen etwa eine neue 0,5- oder 1,1-Promillegrenze, ab der eine Ordnungswidrigkeit gelten soll, oder eine Senkung der 1,6-Promillegrenze.

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