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Tankirrtum – was nun?

Einmal nicht aufgepasst und schon kann es passiert sein: Statt Diesel fließt Benzin in den Tank. Die Folgen sind gravierend
© Foto: Lukas Gojda/stock.adobe.com

Falschtanken kann – teure – Folgen haben, weil viele Motoren falschen Kraftstoff gar nicht mögen. Was sollte man nach einem „Tankirrtum“ tun?


Datum:
02.10.2020
Autor:
Thomas Cyganek
Lesezeit: 
3 min
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„Den Motor möglichst erst gar nicht starten“, lautet die wichtigste Regel, die das Goslar Institut nennt. „Wird einem das Malheur aber erst bewusst, wenn man schon unterwegs ist, sollte man umgehend anhalten, den Motor ausschalten und sich Rat vom Fachmann holen. Der entfernt gegebenenfalls den falschen Treibstoff mit einem Absauggerät aus dem Tank.“

Ältere Motoren hätten Tankfehler eher verziehen, heißt es weiter: „Wenn ein Dieselfahrzeug Benzin eingefüllt bekommen hat, kann das bei kleinen Mengen schadlos bleiben. Vor Jahren war es sogar noch üblich, Autos mit einem konventionellen Dieselantrieb im Winter etwas Benzin beizumischen, um die Fließgeschwindigkeit des Kraftstoffs zu verbessern.“

Moderne Motoren reagieren „allergisch“

Doch heute ticken die Motoren anders, das heißt, empfindlicher: „Moderne Dieselmotoren mit Common-Rail-Einspritzung hingegen reagieren auf Benzin im Sprit absolut ‚allergisch‘“, warnt das Institut weiter. „Da können schon kleine Mengen des falschen Kraftstoffs einen Austausch des kompletten Einspritzsystems erforderlich machen. Und eine solche Reparatur geht ins Geld. Daher gilt beim versehentlichen Betanken eines Dieselfahrzeugs mit Benzin in jedem Fall: Motor und auch Zündung auslassen. Wer dagegen einen älteren Wirbel- oder Vorkammer-Diesel ohne Direkteinspritzung fährt, muss sich meist nicht sorgen, wenn er dem Auto unbeabsichtigt eine kleine Menge Benzin eingefüllt hat. Das übersteht ein solcher Motor bei ausreichender Diesel-Restmenge meist unbeschadet.“

Weniger häufig komme falsches Betanken von Benzinern mit Diesel vor – nicht zuletzt deshalb, weil die Diesel-Einfüllstutzen heute in der Regel größer seien als die Tanköffnungen von Autos mit Benzinmotoren. „Allerdings sind immer noch Fahrzeuge unterwegs, bei denen ein Tankirrtum Diesel statt Benzin möglich ist. In einer solchen Situation ist es ebenfalls ratsam, den Motor erst gar nicht anzulassen oder ihn schnellstmöglich abzuschalten, sobald man den Tankfehler erkannt hat. Denn auch hier kann es zu Beschädigungen der Einspritzung bzw. des Katalysators kommen.“

Was alles noch verwechselt werden kann

„Wurde Normal/Super statt Super/Super plus getankt, ist ein Abpumpen des falschen Kraftstoffs meist nicht erforderlich“, schreibt das Goslar Institut. Allerdings solle der Motor in einem solchen Fall nur noch „sehr schonend gefahren und nicht gefordert werden“. Außerdem empfehle es sich, so viel Benzin der richtigen Sorte nachzutanken wie möglich, um das Verhältnis der falschen Beimischung möglichst niedrig zu halten.

„Wer irrtümlich E10- statt E5-Benzin getankt hat, muss ebenfalls vorsichtig sein, wenn sein Auto nicht für E10 zugelassen ist. Denn dadurch können auch gravierende Schäden hervorgerufen werden. Deshalb sollte man umgehend einen Blick in die Bedienungsanleitung des Herstellers werfen, um herauszufinden, ob das Fahrzeug grundsätzlich für E10 freigegeben ist. Andernfalls muss eventuell gleichfalls der falsche Kraftstoff abgepumpt werden. Nach Ansicht des ADAC kann es jedoch ausreichen, unverzüglich den Tank mit einer ethanolarmen Kraftstoffsorte (am besten Super Plus) aufzufüllen, um so wieder ein möglichst unkritisches Ethanol-Mischungsverhältnis zu bekommen."

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