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Trend zu weniger Verkehrstoten stockt 2014

Der Einsatz von Fahrerassistenzsystemen soll das Risiko von schweren Unfällen senken
© Foto: Gerhard Seybert/Fotolia

Weil die Zahl der Verkehrstoten 2014 wohl nicht wie erhofft weiter sinkt, empfehlen VDI-Experten vielfältigere Ansätze bei der Verkehrssicherheit.


Datum:
04.12.2014
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In Deutschland werden 2014 voraussichtlich erstmals seit 2011 wieder mehr Menschen im Straßenverkehr ums Leben kommen als im Vorjahr. Diese Entwicklung prognostizierte Rodolfo Schöneburg, Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Fahrzeug- und Verkehrstechnik, auf einem Workshop mit Experten des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Damit wird seit Einführung einer gesamtdeutschen Unfallstatistik erst zum zweiten Mal die Zahl der Todesopfer steigen. 

Der lang anhaltende Trend zu weniger Todesopfern seit 1991 ist laut VDI in hohem Maße auf den verbesserten Insassenschutz in Pkw zurückzuführen. Pkw-Insassen stellen heute nur noch etwa die Hälfte der Verkehrstoten. Entsprechend geraten ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Zweiradfahrer zunehmend in den Fokus. Sie verunglücken zwar zumeist in Unfällen mit Pkw oder Nutzfahrzeugen, sind aber durch Aufprallmaßnahmen an Fahrzeugen nur schwer zu schützen.

Langfristig sollen Fahrerassistenzsysteme helfen, Unfälle mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern zu vermeiden und komplexe Verkehrssituationen wie Kreuzungen zu entschärfen. Allerdings dauert die Marktdurchdringung dieser Systeme mehrere Jahrzehnte – darüber waren sich die VDI-Experten einig. Spektakuläre Fortschritte, wie früher bei der Einführung der Anschnallpflicht in Deutschland, wird es durch neue Fahrzeugtechnologien daher nicht kurzfristig geben.

Der Expertenkreis empfiehlt daher eine Vielzahl von Ansätzen parallel zu verfolgen. So sollten bei der Umgestaltung von Infrastruktur besonders innerorts grundsätzlich Unfallforscher zurate gezogen werden, um die Entstehung künftiger Gefahrenherde zu vermeiden. Erziehung und Aufklärung von Verkehrsteilnehmern sollte verstärkt werden, um neue Gefahren wie etwa durch demographischen Wandel und mobile Internetnutzung zu adressieren.

Besonders bei den Nutzfahrzeugen sind laut VDI noch ungenutzte Potenziale zum Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer zu heben, etwa bei der Überwachung des toten Winkels. Immerhin jeder vierte Verkehrstote stirbt bei einem Unfall, an dem ein Nutzfahrzeug beteiligt ist. Fahrerassistenzsysteme im Nutzfahrzeug könnten durch entsprechende gesetzliche Vorgaben wegen der überwiegend kürzeren Haltedauer relativ rasch auf die Straße gebracht werden, müssen allerdings auf die Bedürfnisse der Berufskraftfahrer ausgelegt sein, forderten die VDI-Experten.

(ab)

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