Umfrage: Die meisten Autofahrer halten gar nichts vom neuen Spritsparmodell

21.04.2026 13:23 Uhr | Lesezeit: 5 min
Diesel nicht mehr billiger als Benzin
Die Neuerungen an den Tankstellen sind laut ADAC Umfrage nicht sonderlich beliebt (Symbolbild)
© Foto: Sandor Jackal/Adobe Stock

Seit der Einführung des Österreich-Modells an den deutschen Tankstellen am 1. April 2026 ist das Niveau der Kraftstoffpreise im Vergleich zur Zeit vor der neuen Regelung gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des ADAC.

München (ots) - So ergibt ein Vergleich des Ölpreises und des Euro-Dollar-Wechselkurses im März bei der bisherigen, freien Preisgestaltung mit dem April und dem jetzt geltenden Österreich-Modell, dass das grundsätzliche Preisniveau deutlich höher liegt. Die Mineralölkonzerne preisen mit der einmaligen Erhöhung um 12 Uhr einen hohen Risikoaufschlag ein, der im Tagesverlauf nur langsam abgebaut wird. Auch die Zeiträume, in denen man unterhalb des Tagesdurchschnitts tanken kann, sind im Vergleich zum freien Preismodell kürzer geworden. Autofahrer konnten somit im alten Modell ebenfalls gut planen, aber im Durchschnitt vor allem günstiger tanken.

Eine aktuelle ADAC Auswertung der Kraftstoffpreise während der ersten zweieinhalb Wochen im April 2026 von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland zeigt, dass die Preise für Benzin und Diesel im Tagesverlauf um zwölf Uhr stark steigen. So verteuert sich Super E10 im Schnitt um gut neun Cent je Liter, Diesel sogar um 10,5 Cent. Danach sinken die Preise bis zum frühen Abend langsam ab. Bis zum nächsten Morgen liegen sie relativ stabil im Bereich des Tagesdurchschnitts. Bereits ab 6 Uhr kann man unterhalb des Tagesdurchschnitts tanken, ab ca. 10 Uhr liegt der Preis etwa zwei Cent unter dem Tagesdurchschnitt. Kurz vor 12 Uhr, wenn die Preise um 2,7 Cent unterhalb des Mittelwertes liegen, ist der günstigste Tankzeitpunkt des Tages erreicht. Um 12 Uhr findet der tägliche einmalige Preisanstieg erneut statt.

Mit der Neuregelung, die nur noch eine Preisanhebung zulässt, jedoch beliebig viele Senkungen, soll in erster Linie erreicht werden, dass die Autofahrerinnen und Autofahrer ihren Tankzeitpunkt besser planen können. Der ADAC hat jedoch wiederholt davor gewarnt, dass die Mineralölkonzerne auf die stark eingeschränkte Flexibilität bei Preisanpassungen mit deutlichen Risikoaufschlägen reagieren. Diese Warnung hat sich mit der aktuellen Auswertung bestätigt. Zudem war bereits im alten Modell mit freier Preisgestaltung ein Zeitraum klar identifizierbar, in dem man verhältnismäßig günstig tanken konnte.

Auch die Autofahrer selbst sehen das Österreich-Modell überwiegend kritisch. Laut einer aktuellen Umfrage des ADAC begrüßten nur 21 Prozent der Befragten die neue Tank-Regel, während immerhin doppelt so viele und damit fast die Hälfte der Befragten (42 Prozent) sich ablehnend äußerten. Obwohl die neue Regelung erst seit dem 1. April gilt, hat sie allerdings bereits einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht: 95 Prozent der befragten Autofahrerinnen und Autofahrern gaben in der Umfrage an, über die neuen Preisregeln Bescheid zu wissen.

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