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Detailaufnahme: den Golf Sportsvan im Blick

Der Golf Sportsvan überzeugt auch im Detail
© Foto: Gregor Soller

Designer und Ingenieure zeigen, was den neuen Golf Sportsvan ausmacht - und "Fahrschule" hat ganz genau hingeschaut.


Datum:
25.06.2014
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Bei Volkswagen lohnt es sich, mit den Fingern zwischen Dachhimmel und Windschutzscheibe entlangzufahren. Denn dort spürt man Qualität, die dafür verantwortlich ist, dass sich die Marke auf dem Weg befindet, eine der größten Automarken der Welt zu werden, reihenweise Vergleichstests gewinnt – und bei der Rendite nicht ganz so stark liegt, wie manche Mitbewerber.

Einer der Hauptgründe dafür liegt im Produkt, wie ein Gespräch mit Ingenieuren und Designern anlässlich der Golf-Sportsvan-Präsentation ergab. Sie zeigten uns exklusiv Details, die einen VW zum VW machen und die Marke von anderen abheben. Triebfeder ist dabei immer das Streben nach absoluter Perfektion, das teilweise sogar über die Ansprüche der Kunden hinausgeht. Frei nach dem Motto: „Wir können einfach nicht schlecht“.

Das beginnt beim Golf Sportsvan schon mit dem Einsteigen: Jeder Volkswagen hat immer einen angenehmen Neuwagengeruch, respektive zeigt keine negativ auffallenden Ausdünstungen. Innen zeigt Boris Steinmann, Leiter der Fachgruppe und Steuerung Aufbau, auf die Mittelkonsole: Hier gibt es nur einen schmalen Spalt, an dem sich Ober- und Unterbau treffen. Kleinste Abweichungen können zu Zirpgeräuschen oder schiefen Spaltmaßen führen. Die Qualität des ganzen Rohbaus erkennt man jedoch am Spalt um den Innenspiegel herum, den VW offen gestaltet hat: „Hier läuft der ganze Rohbau in einem Punkt zusammen und die geringste Abweichung würde sofort ins Auge fallen“, erklärt Steinmann, während er die Fugengröße genau inspiziert. Er ist zufrieden: „Obwohl das ein Vorserienwagen ist, stimmt hier alles!“ 

Falls das mal nicht so sein sollte, wird es spätestens dem Vorstand oder dem Chefentwickler auffallen: Für den Sportsvan war noch Ulrich Hackenberg verantwortlich, der laut Steinmann das „absolute Popometer“ hatte. Er nahm in der elektronisch vermessenen Sitzkiste des Sportsvan Platz und beklagte, dass das Lenkrad nicht absolut mittig stehe. Die Einwände der Verantwortlichen, dass alles elektronisch vermessen sei, ließ er nicht gelten und eine Nachmessung ergab tatsächlich eine Minimalabweichung vom Plan-Soll im Zehntel-Millimeter-Bereich! Genauso kann Martin Winterkorn falsche Lackstärken an Vorserienautos erkennen. Entsprechend hoch ist Druck bei allen VW-Verantwortlichen nicht nur exakt, sondern exaktest zu arbeiten.

Selbst dann, wenn der Kunde es gar nicht merkt: Steinmann erinnert sich an eine Innenraumnarbung, deren Muster linear verlief. Nach Serienanlauf erkannte man, dass ein wellenförmiger Verlauf deutlich besser aussähe, woraufhin der überzeugte Vorstand ein neues Werkzeug mit wellenförmigem Verlauf spendierte. „Der Kunde hätte es wahrscheinlich gar nicht bemerkt, aber das Ergebnis sprach für sich – wir mussten es einfach ändern!“, erinnert sich Steinmann.   

Anschließend geht er zur Tür und verweist auf die Schweißpunkte des Rohbaus, von denen sechs Stück optisch ansprechend zusammengefasst wurden. „Damit das so aussieht, mussten wir im Rohbau extra Zeit und Aufwand investieren, doch es hat sich gelohnt“, freut sich der Entwickler. Dagegen sind dann die fein ausgekleideten Türtaschen und die niedrigen Schwarzanteile an den Kanten der Verglasung fast schon „banal“. „Klar könnte man Klebekanten viel großzügiger abdecken und die schwarzen Ränder an den Scheiben weiter hochziehen, doch das würde zu Lasten der Übersichtlichkeit gehen“, erklärt Steinmann den Anspruch.

Außerdem diskutiert VW den Übergang von der Seiten- zur Innenverkleidung. „Diese Segmente stoßen aufeinander und es gibt eine Sichtkante, die man nach außen oder innen legen kann“, erläutert Steinmann, um dann fortzufahren: „Wir haben uns dafür entschieden, dass der Blick von innen vorgeht und dass die Kante deshalb von außen sichtbar sein wird, weshalb wir hier eine perfekte Fuge am Rand des Werkzeugs brauchen.“ Die A-Säulenverkleidung des Sportsvan läuft aufeinander zu. VW verzichtete auf eine simple „Stecklösung“ mit Kunststoffteil unten und Dachhimmel oben. Der ist an der Frontscheibe nochmal umgebördelt, wo die meisten Hersteller ihn einfach abschneiden – sieht ja keiner. Aber wir wissen es jetzt. Seitdem fahren wir bei jedem Testwagen  mit dem Finger zwischen Dachhimmel und Windschutzscheibe entlang. 

(gs)


Genau hingeschaut: der Golf Sportsvan

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