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Flacher und schärfer

Die neueste Generation des Skoda Fabia im Fahrzeugtest
© Foto: Gregor Soller

Die neueste Generation des Skoda Fabia hat das Designteam um den Chefgestalter Designer Jozef Kaban schärfer geschliffen als je zuvor.


Datum:
06.11.2014
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Die neueste Generation des Skoda Fabia hat das Designteam um den Chefgestalter Designer Jozef Kaban schärfer geschliffen als je zuvor: Gegenüber dem optisch etwas aus dem Leim gegangenen Vorgänger kappte Skoda 31 Millimeter in der Höhe und acht Millimeter in der Länge, dafür gaben die Tschechen fünf Millimeter Radstand und 90 Millimeter Breite dazu. Mit Außenspiegeln ging der neue Fabia aber nur 75 Millimeter in die Breite. Auf solche Details zu achten, entspricht exakt der VW-Philosophie. Dazu gehört auch die knisterfreie Geruchslosigkeit im Innenraum: Wie der Polo riecht man auch im Fabia fast keine neuwagentypischen Ausdünstungen der knisterfrei verarbeiteten Kunststoffe. 

Mit genau dieser Akribie wurde der neue Fabia imageseitig millimetergenau unter den Polo, aber neben den Seat Ibiza geparkt. Die niedrigere Dachlinie brachte auch die großzügigen Sitzmöbel um 25 Millimeter nach unten, dass man jetzt mehr im statt auf dem Fabia sitzt. Trotzdem thront der Fahrer immer noch vergleichsweise hoch, was der Übersichtlichkeit zu Gute kommt: Fahranfänger können alle Ecken gut einschätzen und auch die einigermaßen breite C-Säule schränkt die Sicht nach schräg hinten nicht übermäßig ein. Glasklar ablesbar sind auch die Anzeigeinstrumente und Bedienelemente – auch hier greift die Kabansche Philosophie vom böhmischen Kristallschliff.

Zwar muss die Fabia-Besatzung durchgehend mit Hartkunststoffen leben, doch deren Arrangement und Oberflächen sind gefälliger gestaltet als beim Rapid, dem er im Fond aber nicht das Wasser reichen kann: Vorn thronen Fahrlehrer und -schüler geradezu herrschaftlich, im Fond wird es aber eng, sobald die vorn Sitzenden über 1,85 Meter messen. Etwas störend sind die dicken Wulste am unteren Bereich der Rückenlehne, die dann in die Schienbeine der Fondgäste drücken können. Unbedingt nach oben gezogen werden müssen die voll versenkbaren Fondkopfstützen. Trotzdem ist das Platzangebot für die Klasse ordentlich.

Ordentlich nachgeschliffen haben die Tschechen auch beim Fahrkomfort: Der neue Fabia federt viel angenehmer als der Vorgänger und ist trotzdem straff gedämpft. Besser gedämmt wurde dagegen das Motorengeräusch: Im Stand ist es auch bei den Dreizylindern kaum noch vernehmbar, nur beim Ausdrehen hört man den Dreizylindern die unrunde Anzahl an Brennräumen an. Bei den neuen Dieseln, die gegenüber dem 1,6-Liter-TDI um bis zu 28 Kilo abgespeckt haben sollen, handelt es sich immer um einen dreizylindrigen 1,4-Liter-TDI. Der tritt mit 75, 90 oder 105 PS an, wobei die Basisversion als Greenline sich dann mit 3,1 Litern Diesel  respektive 82 Gramm CO2 bescheiden soll. Für die ersten Testfahrten standen die beiden stärkeren Diesel zur Verfügung, die gegenüber den Vorgängern ebenfalls sparsamer wurden – in der Theorie. In der Praxis waren die beiden allerdings kaum unter fünf Liter zu bewegen. Am Ende standen zwischen 5,2 und 5,4 Liter auf dem Display, allerdings unter Ausnutzen des Leistungspotenzials. Dabei genügt schon die 90-PS-Version, während der 105-PS-Fabia schon Kraft im Überfluss bietet und das ESP auf nassen Straßen bisweilen gut zu tun hat. Beim Anfahren muss der Ungeübte sich allerdings mit einer anfangs recht scharf kommenden Kupplung arrangieren.

Dafür erweiterten die Tschechen die Assistenzsysteme und bieten jetzt einen Frontradarassistenten mit City-Notbremsfunktion an, der zwischen fünf und 30 km/h aktiv ist. Dazu kommt ein Multikollisionsbremsassistent und eine Müdigkeitserkennung. Fahrschüler dürften sich zudem über den Berganfahrassistenten freuen,  wenngleich sie das Anfahren am Berg nach wie vor mit konventioneller Handbremse üben können.

Stolz ist Skoda auch auf das Mirror-Link-System, mit dem sich das Smartphone auf das Entertainmentsystem „spiegeln“ lässt, darunter auch das im Smartphone hinterlegte Navisystem – wovon man in dem Fall getrost abraten kann: Verliert das Smartphone im Funkloch die Netzabdeckung, steigt auch das Navigationssystem aus. Außerdem sollte man das Auto tunlichst nicht abwürgen oder bei Pausen den  Motor abschalten – dann darf man die Zieleingabe nämlich erneut vornehmen.  Nett sind dafür die Fahrdateninfos, mit denen man sich zum Beispiel einzelne Fahrstunden „auswerten“ lassen kann. Nachgeschärft wurde laut dem deutschen Fabia-Produktmanager Johannes Stock auch bei so kleinen Details wie der Halterung des Warndreiecks im Kofferraum: Jetzt kann man es einfach aus dem Halter „herausdrehen“ und muss es nicht mehr mit einem Gummizug fixieren. Für Flottenkunden und Fahrschulen wünscht sich Stock noch Lendenwirbelstützen – mal sehen, ob er die im Laufe der Jahre noch bekommt. Die Lehnen lassen sich exakt per Rändel einstellen und schon die basissitze bieten sehr viel Platz und Komfort. Weniger gefallen dagegen die fest integrierten Nackenstützen der Sportsitze: Bevorzugt ein Fahrer eine weniger aufrechte Lehnenstellung, rücken die Kopfstützen weit vom Kopf weg. 

Dass die Tschechen trotz Leichtbau- und Infotainmenthype  Details wie diese nicht aus den Augen ließen, verdient großen Respekt und wird der Grund dafür sein, dass der Fabia auch in der dritten Generation wieder seinen Weg in diverse Fahrschulen finden wird.

Die Fertigung in Mlada Boleslav begann nach den Werksferien in der Kalenderwoche 35, wobei sich der neue Fabia die Bänder im Stammwerk bis Jahresende noch mit dem Vorgänger teilt. Dann geht auch der neue Kombi mit 550 Liter Kofferraumvolumen in Produktion und schickt den Vorgänger endgültig in Rente. Die Preise starten bei rund  13.020 Euro für den 90-PS-TDI als Basismodell „Active“. Für den 105-PS-Ambition werden mindestens 15.650 Euro fällig.  

(gs)


Skoda Fabia: Flacher und schärfer

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