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„Klein Adlerauge“ bekommt ein neues Herz

Bitte im Fond Platz nehmen: Der Opel Meriva hat gegenläufig öffnende Fondportale wie der Rolls Royce
© Foto: Gregor Soller

Das wichtigste an der Überarbeitung des Opel Meriva dürfte der neue 1,6-Liter-CDTI sein. Eine erste Ausfahrt fühlt dessen Qualitäten auf den Zahn.


Datum:
23.01.2014
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Als „Adleraugen“ bezeichnet Opel die leicht geänderten Scheinwerfer des gelifteten Meriva. Während „Klein Adlerauge“ mit den weit öffnenden Türen außen und innen nur kleine Retuschen erfuhr, tat sich unter der Haube mehr: Dort werden die neuen 1,6-Liter-CDTI-Motoren sukzessive die Vorgänger mit 1,3 und 1,7 Liter Hubraum ersetzen. Dazu kommen die neuen Sechsgangschaltungen, während die Sechsgangautomatik künftig den Benzinern vorbehalten bleibt. Übergangsweise bleibt der 1,7 CDTI mit 110 PS noch als Automatikversion im Programm.

Fortschritt bei der Motorisierung im Vergleich zum Vorgängermodell

Den Anfang macht die 136-PS-Spitzenmotorisierung, die sich nach ECE-Norm mit 4,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer begnügen soll. In der Realität schafft man auf sparsam gefahrenen Überlandetappen fünf Liter, mit Autobahn- und Innenstadtanteil können aber auch 6,5 Liter daraus werden: Immerhin sind gut 1,5 Tonnen Leergewicht zu bewegen, mit denen der neue Motor keine Mühe hat: Die 320 Newtonmeter Drehmoment stehen bei 2.000 Umdrehungen zur Gänze bereit. Schon ab knapp 1.500 Touren schiebt klein Adlerauge kräftig an. Ein Turboloch verkneift er sich, was einem auch das Gleiten knapp über 1.000 Touren ermöglicht, ohne dass man zwingend zurückschalten muss. Die straffe Schaltung gefällt mit sauber definierten Gassen und kurzen Wegen. Insgesamt also ein klarer Fortschritt gegenüber dem Vorgängermodell, zumal der Diesel so leise läuft und sauber weggedämmt ist, dass er akustisch kaum vom 1,4-Liter-Turbobenziner zu unterscheiden ist, der zum Vergleich bereit stand.

Die Euro-6-Abgasnorm schafft Opel mit der sogenannten Lean-NOx-Technologie. Dabei handelt es sich im Prinzip um einen Oxidationskatalysator mit Platin (Pt), der mit einem Adsorptionsmittel wie zum Beispiel Barium- und/oder anderen Oxiden kombiniert wird. Dazu kommt ein Reduktionskatalysator mit einer Rhodiumbeschichtung. Die Adsorber sind in die Beschichtung des Katalysators eingebaut und binden im Magerbetrieb des Motors über eine chemische Reaktion das NOx. Wenn die Adsorber-Kapazität gesättigt ist, wird der Motor kurzzeitig fett betrieben, um das freigesetzte NOx über den Katalysator zu Stickstoff zu reduzieren: damit reduziert sich der Aufwand  prinzipiell um einen nachgeschalteten zusätzlichen Katalysator.

Mehr Beinfreiheit, aber zu kleines Handschuhfach

Ansonsten belies es Opel bei Retuschen: Während man am Exterior nur Kosmetik betrieb, tat man innen etwas mehr: Opel stutze „Klein Adlerauge“ die sogenannte „Flex-Rail“-Schiene, um im Fond mehr Bein- und Fußraum zu schaffen. Darauf thronen weiter die beiden hoch bauenden Boxen, mit denen die Opelaner auf der Mittelkonsole drei Ebenen erzeugen. Die bieten zwar viel Stauvolumen, das aber kaum unterteilt ist. Das Handschuhfach fällt leider auch sehr klein aus: DIN-A4-Dokumente lassen sich nur schwer unterbringen – obwohl „Klein Adlerauge“ laut Opel insgesamt bis zu 31 Ablagen zur Verfügung stellen kann. Auch „Intellilink“ hat Opel verbessert, womit man jetzt auch im Meriva das Smartphone ins Auto holen kann. Mittig sorgt ein Siebenzoll-Bildschirm für gute Auflösung. Leider blieb die Tasterflut auf der Mittelkonsole erhalten und das Infodisplay zwischen Tacho und Drehzahlmesser etwas old-fashioned im roten Monochrom-Look. Immerhin lassen sich die Instrumente vom Beifahrerplatz aus gut einsehen. Den Tacho kann der Fahrlehrer bis 120 Stundenkilometer gut einsehen, zusätzlich lässt er sich als Digitalanzeige einblenden. Auch der relevante Bereich des Drehzahlmessers zwischen 0 und 3.000 Umdrehungen ist gut einsehbar.

Bezüglich des Raumangebotes lässt „Klein Adlerauge“ nichts anbrennen: Auf 4,30 Meter Außenlänge kombiniert er ähnlich wie der Golf Plus oder die Mercedes-B-Klasse genügend Raum für vier groß gewachsene Insassen mit einem ordentlichen Kofferraumabteil. Die Übersichtlichkeit geht dank steiler Heckscheine und drittem Seitenfenster in Ordnung: So lässt sich das Heck einigermaßen einschätzen. Die vorderen Ecken lassen sich auch von groß gewachsenen Fahrern nur erahnen. Auf der Habenseite stehen weiterhin die hinten angeschlagenen Fondtüren, die ergonomische Auszeichnung der Aktion „Gesunder Rücken“ für das Gesamtfahrzeug und der ausziehbare Fahrradträger am Heck. Als Sonderausstattungen würden wir noch zum Funktionspaket mit zusätzlichen sinnvollen Ablagen und zum Sitz-Funktionspaket für Fahrer und Beifahrer raten, das eine elektropneumatisch einstellbare Lendenwirbelstützte und verlängerbare Schenkelauflagen enthält, die einen Arbeitstag in „Klein Adlerauge“ deutlich angenehmer und rückenfreundlicher machen.

Das Fazit der „Test und Technik“-Redaktion

In Summe gehört der flexible Meriva sicher zu den empfehlenswertesten Fahrschulautos, dem bisher in erster Linie sein veralteter Antriebsstrang  vorzuwerfen war. Dieses Manko hat Opel nun wirkungsvoll abgestellt. Im Laufe des Jahres wird die Palette noch um eine 110-PS-Version ergänzt, die nur 3,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer verbrauchen respektive 99 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen soll. Sie wird die verbliebenen 1,3- und 1,7-Liter Modelle ablösen.

(gs) 


Der Opel Meriva im „Fahrschule“-Test

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