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Krallen im Schnee

Die neue Alpin-5-Serie von Michelin: Am auffälligsten ist sicher das neue, laufrichtungsgebundene Profil, das in engeren Winkeln zusammenläuft als beim Vorgänger
© Foto: Michelin

Michelin bringt die Alpin-5-Serie auf den Markt. Der neue Reifen kann gegenüber seinem Vorgänger in vielen Bereichen punkten.


Datum:
23.09.2014
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Auf vier folgt fünf: Bereits seit dem Frühjahr fertigt Michelin die neue Winterreifengeneration der sogenannten Alpin-5-Serie, von der rechtzeitig zur Wintersaison 2014/2015 41 Größen zur Verfügung stehen sollen, die vom 195/65 R15 bis hin zum 225/55 R17 erhältlich sind. Formate, die noch vor gut zehn Jahren von der oberen Mittel- bis in die Oberklasse reichen, jetzt aber der Kompakt- und Mittelklasse zugeschrieben werden und damit einen Großteil der Fahrschulwagen abdecken dürften.

Interessant sind dabei vor allem die Ergebnisse aus der Unfallforschung: Zwar steigt das Unfallrisiko bei Nässe um das Doppelte, bei Schnee um das Vierfache und bei Eis gar ums Zehnfache, doch das Unfallgeschehen spiegelt das nicht wieder, erklärt Pierre Ehnis, Produktleiter Technik. Da die Autolenker bei schlechter Witterung entsprechend vorsichtiger führen und das Wetter im Winter nicht immer mit Schnee und Eis gleichzusetzen sei, ereignen sich nur drei Prozent der Unfälle bei Eis, vier Prozent bei Schnee, aber 35 Prozent bei Nässe und gar 58 Prozent bei trockener Fahrbahn. Entsprechend müssten die Winterreifen auch unter diesen Bedingungen punkten, die eigentlich das Metier der Sommerreifen sind.

Tatsächlich konnten die Franzosen den Nassbremsweg, der bei Winterreifen nicht unheikel ist, vom Level C auf B senken, während der Rollwiderstand prinzipbedingt auf einem „E“ blieb. „Es ist wie eine Art Seilziehen“, erklärt Ehnis, „sobald man eine Eigenschaft optimiert, leidet eine andere darunter.“ Entsprechend schwer ist es, dieses „Spinnennetz“ der Anforderungen an allen Enden zugleich nach außen zu ziehen und zu verbessern. Doch das ist Michelin einmal mehr gelungen: Gegenüber dem Vorgänger konnten bis auf die Langlebigkeit (die leicht zurückging) alle Punkte optimiert werden. Dazu nutzt Michelin bewusst auch Erfahrungen aus dem Rallyesport, dessen Piloten den Alpin 5 bereits testeten und ihm eine fast spikegleiche Haftung bescheinigen. Wobei man wissen muss, dass die kleinen, in den meisten Staaten Europas nicht mehr zugelassenen, Metallstifte immer einen tendenziell eisigen Untergrund brauchen, in den sie sich einkrallen können. Ist er Boden zu hart oder zu weich, erreichen gute Winterreifen folglich eine vergleichbare Performance.

Zwar fällt der Schritt vom Alpin 4 zum 5 nicht so groß aus wie von der Serie 3 zu 4 (der erstmals über den ganzen Lebenszyklus gute Noten in Reifentests erhielt), doch trotzdem haben die Franzosen etliche Punkte geändert. Am auffälligsten ist dabei sicher das neue, laufrichtungsgebundene Profil, das in engeren Winkeln zusammenläuft als beim Vorgänger. Außerdem erhöhte man den Negativanteil im Profil gegenüber der Vierer-Serie um 17 Prozent. Durch das Drücken in den Schnee entsteht so eine Art Verzahnungseffekt. Außerdem richteten die Franzosen die seitlichen Kanäle neu aus, damit so das Wasser besser abgeführt werden kann, was wiederum die Aquaplaning-Gefahr senken soll. Die hohe Lamellendichte (16 Prozent mehr als beim Vorgänger) bietet viele Gripkanten, die wiederum die Traktion auf nassem Untergrund und Schnee erhöhen sollen. Die „Verdichtung“ des Profilmusters erhöhte das gegenüber dem Vorgänger um 12 Prozent. Dazu kommen die bekannten „Stabiligrip“ genannten, selbstblockierenden Lamellen, die bis zum Profilgrund reichen und in unterschiedlichen Winkeln angeordnet sind. Der Vorteil: Je nach Lenkeinschlag können sich unterschiedliche Abschnitte der Aufstandsfläche mit dem Untergrund verzahnen, wodurch in jeder Fahrtrichtung Grip aufgebaut werden kann. Außerdem möchte Michelin auf die Art den sich aufbauenden Wasserfilm effektiv brechen und so das Fahrverhalten auf nasser Fahrbahn optimieren.

Aber auch die Chemiker haben wieder ein Schneeschäufelchen draufgelegt und entwickelten die neue Laufflächenmischung „Helio Compound 4G“, in die sie auch Sonnenblumenöl mischen. Das soll bei besonders niedrigen Temperaturen die Haftung optimieren und den Reifen „anschmiegsamer“ machen. Dazu kommen spezielle Elastomere, die eine sehr homogene Gummimischung ermöglichen sollen. Das soll ebenfalls den Grip auf nasser und verschneiter Fahrbahn erhöhen, ohne die Energieeffizienz des Reifens zu beinträchtigen.

Zu den Preisen wollte sich Michelin nicht explizit äußern, was bedeutet, dass sie leicht über dem Vorgänger liegen können, aber nicht müssen, wie ein Check auf einem Reifenportal ergab: Dort kostete der Alpin 5 in 205/55 R16 91 H exakt so viel wie ein identisch konfigurierter Vorgänger. Bei einem anderen Portal kam er 60 Cent teurer. Ein Aufpreis, der sich verschmerzen lässt.  

(gs)

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