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Volkswagen hat den Golf GTD und GTI jetzt um den GTE ergänzt
© Foto: Gregor Soller

Die Test- und Technikredaktion der "Fahrschule" hat den Volkswagen Golf GTE getestet. Der hohe Preis und die DSG-Automatik machen die Hybridversion der Kompaktklasse für Fahrschulen wohl vorerst uninteressant.


Datum:
15.09.2014
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Volkswagen (VW) versucht sich verstärkt in Deutschrock. Nachdem Toyota das Thema Hybrid ökologisch korrekt etablieren konnte, spielt VW hier jetzt auch groß auf und versucht, den Plug-In-Hybrid über den Golf zu rocken und zwar in Form des Golf GTE. Der steht als kräftiges Spaßmobil neben seinen Bandmitgliedern GTI und GTD, die er in Preis und Gewicht leider nochmal überbietet: Gut 31.000 Euro (Preis o. MwSt.) ruft VW für den gut ausgestatteten Sportler auf, der mit knapp 1,6 Tonnen Leergewicht leider rund 200 Kilogramm mehr wiegt als seine Sparringspartner. Schwerster Brocken ist die 120 Kilogramm wiegende Hochvoltbatterie, während die E-Maschine nur 34 und die Leistungselektronik 12 Kilogramm wiegen.

Dafür müssen sich GTD und GTI in Sachen Verbrauch warm anziehen: Der GTE bescheidet sich nach Norm mit 35 Gramm CO2, was 1,5 Liter Super und 11,4 kWh Strom pro 100 Kilometer entspricht. Dazu koppelt VW den 110 kW (150 PS) starken 1,4-Liter-TSI mit einer 75 kW (102) PS starken E-Maschine, was 150 kW (204 PS) Systemleistung ergibt und den GTE auf Wunsch binnen 7,6 Sekunden auf 100 km/h schießen soll. Angenehm sind die 350 Newtometer Systemdrehmoment, die beim E-Motor ab Start zur Verfügung stehen. Benzingetrieben endet der Vortrieb erst bei 222 km/h, womit der GTE leistungsseitig knapp mit dem GTD mithalten kann. Das Killerkriterium für Fahrschulen ist neben dem üppigen Preis allerdings die serienmäßige Sechsgang-DSG, die speziell auf den GTE abgestimmt wurde.

Dafür lernt man, sparsam zu fahren und dazu mit den Programmen zu „spielen“: Angefahren wird ohnehin immer im surrenden E-Modus à la Toyota und dann kann man per Taster entscheiden, ob man elektrisch weiterfahren möchte (geht bis 130 km/h) oder ob man eher flott unterwegs sein will, wozu sich der Golf den 1,4-Liter-Benzienr dazu holt. Gesteuert wird der Modus über zwei Tasten, die prinzipiell rein elektrisches oder „boostendes“ Fahren ermöglichen. Neben „E-Mode“ und „GTE-Mode“ gibt es noch die Zyklen „Battery Hold“, „Battery Charge“ und „Hybrid Auto“. Interessanterweise erlaubt sogar der „Battery-Hold-Modus“ elektrisches Fahren, sofern der GTE dafür kaum Kraft benötigt. Ein Zug am Schalthebel des speziell auf den GTE abgestimmten Sechsgang-DSG, sorgt dann im Modus „B“ wie „Bremsen“ für verstärktes Laden respektive Verzögern. Das spart Bremsbeläge und hält den Golf bei Bergabfahrten angenehm im Zaum. Auch das Heranrollen an Ampeln kann man so zum stärkeren Rekuperieren nutzen. Ohne den Bremsmodus „segelt“ der GTE wenn möglich, was einem Rollen im Leerlauf entspricht. Sollte sich der Hybridantrieb und die automatisierte Schaltung also einmal auf breiter Front durchsetzen, gäbe es hier genug zu schulen und zu lernen.

Maximal 50 Kilometer Reichweite im E-Modus 

Bleibt man ab Start im E-Modus, bringt einen der GTE so maximal 50 Kilometer weit, im Alltag sorgen aber schon leichte Hügel oder ein zügiges Einfädeln in den Stadtverkehr dafür, dass dieser Wert schnell auf 20 bis 30 Kilometer zusammenschrumpft. Ist die Reichweite „aufgebraucht“, schaltet der GTE kaum merklich in den Benzinermodus um. Auch dank DSG gefällt die Abstimmung deutlich besser als im Prius oder Auris Hybrid, wo der Verbrenner meist unter lautem Getöse und wegen dem stufenlosen Getriebe mit hohen Drehzahlen seine Arbeit aufnimmt.

Etwas ernüchternd sind die angegebenen Verbräuche, die in der Praxis kaum zu erreichen sind: Der Norm-Mix ergibt sich nämlich aus einem Drittel Benzin- und zwei Dritteln Stromverbrauch. Aus 1,5 Litern Super und 11,4 Kilowattstunden pro hundert Kilometer wurden auf ersten Ausfahrten rund um Zürich eher 4,5 bis 5,5 Liter Sprit und ebenso viele Kilowattstunden. Doch genau diese Werte fordern einen heraus: Eine Testfahrt von Wolfsburg nach Zürich, wo der GTE die angegebenen 940 Kilometer Reichweite weitestgehend in Anspruch nehmen musste, legte der Neue ohne Nachtanken zurück. So steigt man mit einem Grinsen aus dem GTE, der die Palette damit um die fünfte Antriebsvariante ergänzt.

Laut VW ist der Golf das erste Modell weltweit, das als Benziner, Diesel, Erdgas, Stromer und Hybrid verkauft wird. Der Vorteil dieser riesigen Golf-Familie ist laut Dr. Andreas Lassota, der bei VW das Produktmarketing der E-Mobilität leitet, dass man „jegliche Veränderung im Kaufverhalten sofort erkennen und darauf reagieren kann“. Er hat übrigens auch keine Bauchschmerzen bezüglich der Batterie, für die VW acht Jahre Garantie gibt. Sie wird nicht ausfallen, sondern allenfalls weniger Reichweite bieten. „Und für einen eventuell nötigen Tausch wird sich bei entsprechender Nachfrage automatisch eine Lösung entwickeln.“  

Dass der GTE seinen Weg machen und einige Kunden rocken wird, steht außer Zweifel. Doch der gesalzene Preis und die DSG-Automatik dürften fürs Erste dafür sorgen, dass der Fahrlehrer, der auch etwas Spaß mit seinem Schulungs-Golf haben möchte, wohl weiter zum GTD greifen wird. 

(gs)


Im Test: der Volkswagen Golf GTE

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