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Mitgliederwerbung gegen Überalterung

Dieter Quentin (vorne links) und Roland Semar nutzten genau wie die meisten Mitglieder in der Mittagspause die Gelegenheit, die ausgestellten Volkswagen anzusehen
© Foto: Sylke Bub

Die Teilnehmer der Pfälzer Mitgliederversammlung sind jetzt nicht nur über das ePrüfprotokoll auf dem Laufenden, sondern wissen auch Bescheid über den Wert einer Fahrschule und einigem mehr.


Datum:
30.04.2015
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Warum sollte ein Fahrlehrer eigentlich im Verband sein? Diese Frage beantwortete der 1. Vorsitzende Roland Semar bei der Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Pfalz. Dabei ging er unter anderem darauf ein, wie Fahrlehrer durch ihre Verbandsmitgliedschaft bares Geld sparen können. So haben allein die Mitglieder, die das Angebot zur Prüfung ihres Krankenversicherungstarifes angenommen haben, bislang insgesamt 5.000 Euro gespart, so Semar.

Gut angekommen sind bei den Mitgliedern auch die Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Verbandsmotorradtage. In diesem Jahr soll es unter anderem einen Motorrad- und Familientag geben, an dem am Vormittag gefahren und der Nachmittag ab 14 Uhr mit den Familien verbracht wird. Schon in der Vergangenheit waren die Familiennachmittage des Pfälzer Verbandes von den Mitgliedern äußerst gut angenommen worden.

Überalterung bereitet Sorge

Einen ganz starken Appell richtete Semar in puncto Mitgliederwerbung an die Teilnehmer. „Die Überalterung bereitet uns große Sorgen. Werbt für Euren Verband!“ Im Durchschnitt sind die Verbandsmitglieder in der Pfalz 58 Jahre alt.

1.241 Menschen starben 1971 auf den Straßen von Rheinland-Pfalz, erklärte Dr. Lothar Kaufmann, Leiter der Abteilung Verkehr und Straßen im Innenministerium des Landes. 2014 waren es noch 175, einer mehr als 2013. Der Anteil an getöteten jungen Fahrern ist dabei im vergangenen Jahr von 21 auf 28 gestiegen. Das Landesverkehrsministerium will deshalb verschiedenen Maßnahmen ergreifen, wie beispielsweise einen Landeskontrolltag Alkohol und Drogen, zielgerichtete Kontroll- und Präventionsmaßnahmen zu relevanten Zeiten sowie Verkehrssicherheitstage an Schulen, sagte Kaufmann.

„Bundesweit sind 26 Prozent aller Unfälle auf Landstraßen Baumunfälle, die in der Regel besonders schwerwiegend sind“, so Kaufmann. Das Ministerium plane deshalb Maßnahmen zum Schutz vor Baumunfällen. Auch Maßnahmen zur Verhütung von Motorradunfällen sollen ergriffen werden. Kaufmann: „Die Querrillen vor Kurven, die verhindern, dass Motorradfahrer zu schnell fahren, haben sich schon als sehr wirksam erwiesen!“ Eine weitere Maßnahme sei ein Unterfahrschutz für Leitplanken an Unfallhäufungsstellen.

Jeder dritte Verkehrstote älter als 64

Landesweit ist fast jeder dritte Verkehrstote älter als 64 Jahre. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Senioren ist im vergangenen Jahr von 20.732 auf 22.021 gestiegen. Auch hier sind verschiedene Maßnahmen geplant, wie beispielsweise zielgruppenorientierte Präventionsveranstaltungen auf örtlicher Ebene, eine landesweite Veranstaltung „Aktionstag Erfahrene Kraftfahrer“, die Verstärkung der Präventionsbemühungen analog zur demographischen Entwicklung sowie Verkehrstrainings für Senioren, sagte Kaufmann. „In dem Bereich können auch die Fahrlehrer einen guten Beitrag leisten!“

Die Thematik Alcolock sei „nicht so einfach“, so Kaufmann weiter. Es gebe noch eine ganze Reihe offener Fragen, wie zum Beispiel: Gibt es ausreichend technische Möglichkeiten, um Betrug zu verhindern? Und: Wie hoch sind die Kosten zur Verhinderung von Betrug? Eine Kamera koste beispielsweise bis zu 2.500 Euro.

Bei den Fahrerlaubnisprüfungen sei derzeit in der Diskussion, mit Arabisch eine weitere Fremdsprache für die Theorieprüfung zuzulassen. Kaufmann: „Aber die Einführung einer weiteren oder weiterer Fremdsprachen geht mit erheblichen Kosten einher!“

Entwürdigende Prozedur für Menschen mit Lese-Rechtschreibschwäche

„Sicherheit kostet Geld“, entgegnete Dieter Quentin, 2. stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände. „Es gibt nichts zum Nulltarif.“ Er nutzte die Gelegenheit, um auch nochmal auf das Thema „Theorieprüfung mit mündlicher Hilfe“ aufmerksam zu machen. Menschen mit Lese-Rechtschreibschwäche müssen entwürdigende Formalitäten über sich ergehen lassen, um bei der Theorieprüfung die Fragen per Kopfhörer hören zu dürfen.

Quentin informierte die Fahrlehrer umfassend über das elektronische Prüfprotokoll und die Auswirkungen des Protokolls auf die Ausbildung. „Ich würde mich freuen, wenn ich das in abgewandelter Form auch zur Lernstandskontrolle nutzen könnte“, sagte er in Richtung TÜV.

Wilfried Zöbisch, Geschäftsführer von TÜV Pfalz GmbH und TÜV Pfalz Verkehrswesen, betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Fahrlehrerverband und der Fahrlehrerschaft vor Ort. „Wir haben geringe Spannungsfelder, die Zufriedenheitsquote auf beiden Seiten ist gut.“ Der Qualitätszirkel, der in der Vorderpfalz und der Westpfalz getagt habe, habe sich als Plattform für klassische und spezifische Problemlösungen aus dem Tagesgeschäft bewährt.

Dass das teilautomatisierte Fahren sehr viel schneller kommen werde als die meisten glauben, prognostizierte Prof. Dr. Jürgen Brauckmann, Vorstand Mobilität im TÜV Rheinland Berlin Brandenburg Pfalz. Das werde die Mobilität verändern. „Und es wird uns neue Betätigungsfelder erschließen“, ergänzte Semar.

Die Fahrschule als Grundstock der Altersvorsorge?

Ist eine Fahrschule eine Wertanlage? Dieser Frage ging Manfred Hacker, der Justitiar des Verbandes, auf den Grund. Die Wertschöpfungsphase einer Fahrschule beginne mit der Eröffnung und ende mit dem Verkauf, so Hacker. Wobei die Eröffnung erst mal ein dickes Minus verursacht, weil sie Aufwand und Kosten verursacht. Anschließend müsse etwas geschaffen werden, das werthaltig ist – und zwar unabhängig vom Fahrschul-Inhaber und dessen persönlichen guten Ruf am Markt.

Das können beispielsweise die Räume sein sowie Name und Image der Fahrschule. Aber auch die Internetseite samt ihrem Rang in den Suchmaschinen. Unter dem Strich könne man heute aber sagen. „Die Fahrschule kann nur noch in den seltensten Fällen als Grundstock der Altersvorsorge dienen“, so Hacker. „Von dem Gedanken muss man sich einfach verabschieden.“ Aber auch wenn sich der Wert nicht „versilbern“ lässt, heiße das nicht, dass eine Fahrschule heute wertlos sei, so Hacker. „Jede Fahrschule hat ihren eigenen, vom Inhaber geprägten Wert!“

(bub)

 


Mitgliederversammlung Fahrlehrerverband Pfalz 2015

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