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Sachsen-Anhalt bestätigt Erfolg von AM 15

Wolfgang Prescher wurde im Amt als Vorsitzender des Fahrlehrerverbands Sachsen-Anhalt bestätigt
© Foto: Annika Binder

Die Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbands Sachsen-Anhalt drehte sich vor allem um das Modellprojekt AM 15 sowie um die Herausforderungen des Fahrlehreralltags. Außerdem wählten die Mitglieder Wolfgang Prescher erneut zum Vorsitzenden.


Datum:
04.04.2014
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Mit Thomas Webel, Minister für Landesentwicklung und Verkehr in Sachsen-Anhalt, hatte sich hoher Besuch bei der Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbands Sachsen-Anhalt im Quality Hotel Country Park Brehna angekündigt. Der CDU-Mann sprach in seinem Grußwort über die Umsetzung der dritten EU-Führerscheinrichtlinie und die Änderungen der Fahrerlaubnis-Verordnung, die zu einer Herabsenkungen des Mindestalters von Berufskraftfahrern führen könnte.

Ebenfalls Thema war die Reform des Punktesystems und die damit verbundene Änderung des Aufbauseminars, das durch das Fahreignungsseminar ersetzt wird. „Das Ministerium begleitet derzeit den Übergang der bisherigen Regelung in das neue Fahreignungsseminar zum 1. Mai 2015“, sagte Minister Webel. In Sachsen-Anhalt seien bereits durch das Landesverwaltungsamt Fortbildungsträger vorläufig anerkannt.

Erfolgreiches Modellprojekt AM 15

Als letztes großes Thema kam Webel auf das Modellprojekt „Mopedführerschein mit 15 Jahren“ (AM 15) zu sprechen, das „in den Modelländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sehr gut angenommen wird“. In Sachsen-Anhalt sei bei der neuen Fahrerlaubnisklasse AM im Vergleich zu den anderen beiden Bundesländern die höchste Steigerung bei den praktischen Prüfungen – nämlich um das Siebenfache im Vergleich zur alten Klasse M – zu verzeichnen. Die Bestehensquote bei der Klasse AM sei bei den 15-Jährigen mit circa 79 Prozent auf konstant hohem Niveau.

Den Erfolg des Modellprojekts belegte Webel mit weiteren Zahlen: „Der Verordnungsgeber hat ursprünglich geschätzt, dass jährlich circa 230 Personen im Gebiet der gesamten Modellregion die Ausnahmeregelung der Fahrerlaubnis AM ab 15 in Anspruch nehmen werden. Nach Ablauf von acht Monaten sind es bereits 3.300 junge Fahrer.“ Hinsichtlich des Unfall- und Deliktgeschehens seien bisher keine besonderen Vorkommnisse bekannt. „Auch wenn AM 15 einen enormen Zuspruch erfährt, können Aussagen insbesondere zur Wirkung auf die Verkehrssicherheit erst nach Abschluss der Evaluationsuntersuchung getroffen werden“, ergänzte der Minister. Diese liege im Aufgabengebiet der Bundesanstalt für Straßenwesen, die die Ergebnisse im Herbst 2017 vorlegen will.

Rückblick auf das Jahr 2013

Auch bei Dr. Andreas Schmidt, Leiter Fahrerlaubniswesen bei Dekra Automobil, war der AM 15 ein wichtiges Thema. In seiner „Auswertung des Prüfgeschehens 2013“ legte er die konkreten Zahlen der theoretischen und praktischen Führerscheinprüfung von AM 15 sowie die jeweilige Bestehensquote in der Modellregion vor. „Der Mopedführerschein mit 15 ist ganz klar ein Mobilitätsgewinn“, betonte Schmidt. Dekra begrüße deshalb, dass die jungen Verkehrsteilnehmer damit Schritt für Schritt an den Straßenverkehr herangeführt werden.

Ebenfalls ein Blick auf das vergangene Jahr warf Andreas Anft, Sprecher des Vorstandes der Fahrlehrerversicherung. Er freute sich über 178.000 versicherte Fahrzeuge. Trotz der schweren Naturereignisse des vergangenen Jahres, die zahlreiche Hagel- und Sturmschäden verursachten, konnte der berufsständische Versicherer das Geschäftsjahr mit 0,4 Million Euro Jahresüberschuss abschließen.

In seinem Vortrag „Fahrschulen zwischen den Auswirkungen des demografischen Wandels und dem Druck ständiger Veränderungen“ lobte Gerhard von Bressensdorf, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF), die Arbeit der Fahrlehrer. „Kein Lehrer hat eine so breit gefächerte Schülergruppe wie die Fahrlehrer. Wir sind ein Berufsstand mit fantastischen Menschen, die eine super Arbeit leisten“, ist sich der BVF-Vorsitzende sicher. Zudem thematisierte von Bressensdorf die zahlreichen Gesetzesänderungen, mit denen sich die Fahrlehrer derzeit auseinandersetzen müssen, sowie die Mobilität der Zukunft, die unter anderem vom demografischen Wandel geprägt ist.

Prescher fordert mehr Kommunikation

Wolfgang Prescher, Vorsitzender des Fahrlehrerverbands Sachsen-Anhalt, sprach in seinem Bericht des Vorstandes von einer angespannten Situation. Die Schülerzahl stagniere zwar derzeit, allerdings mussten einige Fahrschulen aus wirtschaftlichen Gründen schließen. „Wir müssen miteinander reden, statt uns bekämpfen“, forderte Prescher die Mitglieder auf. Außerdem müssen Fahrlehrer ihre Preise so kalkulieren, dass sie davon leben können. Der Vorsitzende betonte, dass die Mitgliederzahlen im vergangenen Jahr gleich geblieben seien. Er forderte die Anwesenden aber dazu auf, mehr Fahrlehrer für den Verband zu gewinnen. Dafür solle zeitnah eine Argumentationshilfe erarbeitet werden. Prescher wurde am Ende der Versammlung mit nur zwei Enthaltungen in seinem Amt bestätigt.

(ab)


Die Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbands Sachsen-Anhalt 2014

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