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Betrunken unterwegs

Erst trinken – dann Fahren. Viele Jugendliche sind schon vor dem Erwerb des Führerscheins alkoholisiert im Straßenverkehr unterwegs
© Foto: Planungsgesellschaft Verkehr Köln Hoppe & Co. GmbH

Viele junge Menschen sind schon vor Erwerb der Fahrerlaubnis alkoholisiert im Straßenverkehr unterwegs. Die Gefahr, dass sie es dann auch im eigenen Auto sind, ist deshalb groß.


Datum:
13.08.2015
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Alkoholmissbrauch ist keine Frage des Alters. Wie ein Bericht der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) zeigt, wird Alkohol nicht erst mit dem Erwerb des Führerscheins zum Problem im Straßenverkehr. Kinder und Jugendliche machen schon früh erste Erfahrungen mit dem übermäßigen Konsum alkoholischer Getränke. Den ersten „Rausch“ erleben viele schon im Alter von 15 Jahren. Außerdem werden Rauschzustände und Mobilität unter Alkohol bereits von Heranwachsenden als normal empfunden. Deshalb sei von einer steigenden Gefahr auszugehen, dass ein solches Verhalten auch dann praktiziert wird, wenn die Jugendlichen erst selbst ein Fahrzeug lenken dürfen. Die BASt-Untersuchung empfiehlt daher auf die Zielgruppe der Heranwachsenden ausgerichtete Präventionsstrategien, die den Fokus auf alkoholbedingte Verkehrsunfallrisiken legen. So sollten die Gefahren der Mobilität unter Alkoholeinfluss bereits im Rahmen der Verkehrserziehung thematisiert werden.

Getrunken wird meist nicht zuhause, sondern an anderen Orten. Folge ist eine „Rauschmobilität“, die sich auf die Sicherheit im Straßenverkehr auswirkt: 65 Prozent der unter 18-jährigen Befragten gaben an, bereits übermäßig alkoholisiert im öffentlichen Raum unterwegs gewesen zu sein. Männliche Jugendliche nehmen doppelt so oft alkoholisiert am Straßenverkehr teil und erleben dabei dreimal mehr gefährliche Verkehrssituationen und Unfälle als weibliche Jugendliche. Über ein Viertel von ihnen hat vor dem 18. Lebensjahr mindestens eine gefährliche Verkehrssituation unter Alkohol erlebt. Jede achte Gefahrensituation unter Alkoholeinfluss mündete in einen Verkehrsunfall.

Alkoholbedingte Verletzungen werden nur selten in medizinischen Einrichtungen versorgt. Nur in jedem fünften Fall erlangt die Polizei Kenntnis solcher Unfälle. Von direkt Beteiligten, aber auch dem sozialen Umfeld, wird ein ursächlicher Rausch eher verschleiert. Von Institutionen wiederum werden verunfallte Kinder vorrangig als Opfer angesehen, weil Alkohol als Auslöser nicht erwartet wird.

Der Bericht der BASt (Heft M 259) beschreibt die Zusammenhänge von übermäßigem Alkoholkonsum, Rauschmobilität und den damit verbundenen Unfallgefahren. Neben Experteninterviews mit Vertretern von Polizei, Sozialarbeit und verschiedener Präventionsbereiche wurden Interviews mit rauschmobilitätserfahrenen Schülern durchgeführt. Zudem flossen Verhaltensbeobachtungen von Heranwachsenden ein.

(BASt/cm)

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