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Dreier im Dreier

Das Facelift fiel sehr dezent aus – dafür tat sich unter der Haube umso mehr
© Foto: gs

Während der neue Dreier zum Facelift äußerlich nur marginal überarbeitet wurde, zog unter der Haube die neue Motorengeneration ein – darunter auch ein Dreizylinder.


Datum:
19.07.2015
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BMW wirft momentan so manche Tradition um: Elektroautos, Frontantrieb, Dreizylinder im Dreier. Im Dreier? Ja, richtig gelesen – die Bayern weiten ihre neue Motorenplattform mit dem 0,5-Liter-Einheitszylinder im Weißbierglasvolumen auch in der Dreier-Reihe an.  Da heißt es Umdenken bei Hubraum und Zylinderzahl: Der 318er ist ein 1,5-Liter Dreizylinder, 320i und 330i sind Zwei-Liter-Vierzylinder, die  184 und 252 PS leisten und das sechszylindrige Drei-Liter-Topmodell heißt jetzt 340i und leistet 326 PS. Außerdem gibt es ab 2016 den Plug-In-Hybriden 330e, der den 184 PS-Zweiliter mit einem 109-PS-Elektomotor zu 252 PS Systemleistung verbindet und wie der 340i eingepreist werden dürfte. Er soll bis zu 35 Kilometer rein elektrisch fahren (bis maximal 120 km/h) , im Normverbrauch auf 100 Kilometer nur 2,0 Liter Benzin einspritzen respektive 47 Gramm CO2 ausstoßen und BMW beim Flottenverbrauch massiv helfen.

Für Fahrschulen kann man dagegen Entwarnung geben: Die Diesel  werden weiter von Vier- und Sechszylindern befeuert. Entsprechend breit ist das Angebot, das die 2,0-Liter-Vierzylinder 316d, 318d, 320d und 325d umfasst, die 116, 150, 190 und 218 PS leisten.  Dazu kommt der extra-sparsame 320ED, der 163 PS bietet. Darüber rangieren die 3,0-Liter-Sechszylinder 330d und 335d mit 258 und 313 PS. Sparkönig ist dabei der 320 ED, der sich mit den gleichen Verbräuchen wie der 316er begnügt, sich das aber rund 4.000 Euro kosten lässt. Was den kaum weniger sparsamen 318 d mit 150 PS, der nur 1.600 Euro mehr kostet, zur goldenen Wahl werden lässt.  

Zur ersten Ausfahrt stand lediglich der 340i mit Achtgang-Automatik zur Verfügung, der in punkto Kraft und Sound nahtlos an die alte Reihensechszylindrige Herrlichkeit anknüpft: Der Achtgangautomat stellt schon ab niedrigen Drehzahlen immer mehr als genug Dampf bereit. Bei höheren Drehzahlen verwandelt sich das dumpfe Grollen dann in das BMW-typische Sechszylinderröhren, das keinen Soundgenerator nötig hat, sondern immer noch eine reine Komposition aus Abgasstrom und Schwingung ist. Wer sich mit kleinen Klangwelten im Fahrerlebnismodus „Eco pro“ bescheiden kann, wird mit Verbräuchen von unter acht Litern belohnt – dann wird das Temperament allerdings eher auf 318d-Niveau „beschnitten“, was immer noch ausreicht. In der Stellung Komfort darf der Reihensechser dann etwas freier atmen, während der 340i Auto im Sport-Modus alle Muskeln anspannt: Dann verhärten sich auch Lenkung und die Kennlinien von Federung und Dämpfung spürbar Richtung hart und die Gänge werden viel weiter ausgedreht. Noch extremer geschieht das im Modus Sport+: Hier liegt der 340i immer in (zu) niedrigen Gängen auf der Lauer, um eventuelle Beschleunigungswünsche sofort mit hohem Drehmoment und hoher Leistung zu befriedigen. Entsprechend schnell schnellt dann allerdings der Durst nach oben und aus acht werden rasch elf bis zwölf Liter.

Fahrwerk und Lenkung haben die Experten um Albert Maier, dem Projektmanager für die Fahrdynamik, weiter nachgeschärft: Dazu gab es neue Hardwareelemente in Dämpfern und Lenkung, die noch schneller auf die Ansagen der Elektronik reagieren, denn was nütze einem laut Maier der schlaueste Rechner, wenn die Hardware dessen Befehle nicht rasch genug umsetzen könne? Die Lenkung reagiert jetzt tatsächlich noch eine Idee feinfühliger und die versteifte Anbindung der Dämpfer reduziert die ohnehin schon kaum vorhandene Wankneigung noch weiter. Das sind allerdings Nuancen, die nur eingefleischte Dreier-Fahrer und BMWs eigene Fahrdynamiker wirklich noch herausfahren.  Bei den Fahrassistenzsystemen hat BMW etwas nachlegt und kommt dem autonomen Fahren mit Spurhalte-, Abbrems- und Stauassistent wieder etwas näher. Auch das Head-Up-Display ist eine Überlegung wert, zumal es dem Fahrschüler nur anzeigt, was er wissen muss.

Unterm praktisch unveränderten Blech hat sich also viel getan bei BMWs Markenkern , der rund ein Viertel der Gesamtproduktion weltweit ausmacht. Dagegen fallen die optischen Änderungen nur Kennern ins Auge. Hier änderte BMW nur die Leuchtengrafiken und die Aufteilungen der Stoßfänger. Da bleibt der Dreier dann doch Bayer und eher konservativ – für aufmüpfige Revolutionen ist er zwar zu haben, nur sehen muss sie ja net gleich ein jeder!

(gs)


Facelift BMW 3

Bildergalerie

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