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Fahrlehrerkongress: Erfolg am besten Beispiel

Jutta Kleinschmidt schilderte den Kongressteilnehmern kurzweilig, wie sie es geschafft hat, als erste Frau die Rallye Dakar zu gewinnen.
© Foto: Werner Kuhnle

Erfolgreich sein, wie gelingt das? Am Beispiel ihres Lebens veranschaulichte Jutta Kleinschmidt, eine der erfolgreichsten Frauen im Motorsport, den Teilnehmern des 6. Deutschen Fahrlehrerkongresses, ihr Erfolgsrezept – ohne Rückschläge und Krisen auszusparen.


Datum:
11.11.2016
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Selbst die kritischsten Fahrlehrer dürften im Vorfeld nicht den Hauch eines Zweifels verspürt haben, dass die angekündigte Rednerin glaubwürdig zum Thema „Erfolgreich sein: Ein Ziel haben und es auch erreichen“ dozieren könnte. Schließlich hatte Jutta Kleinschmidt im Jahr 2001 als erste Frau das anspruchsvollste Autorennen der Welt gewonnen, die Rallye Dakar. Dass sie mit mal spannenden, mal witzigen Anekdoten aus ihrem Leben als studierte Physikerin, Ingenieurin, Buchautorin und eben Rallye-Siegerin den ersten Gastvortrag des 6. Deutschen Fahrlehrerkongress obendrein noch sehr beredt und kurzweilig gestaltete, erfreute die rund 1.500 Zuhörer vernehmbar.

Am Anfang ihrer Karriere, noch bevor sie wusste, dass es eine werden würde, hat sich Kleinschmidt gefragt, was sie eigentlich gern macht. „Die Technik begeisterte mich und ich spürte, wie ich Gefallen am Wettkampf hatte und daraus Kraft ziehen konnte“, schilderte Kleinschmidt. Als ihr jemand von dem härtesten Rennen der Welt erzählte, begann in ihr ein Traum zu reifen, den sie keimen ließ, aber nicht als vages Luftschloss, sondern durch harte Arbeit stützte.

Ein Rennauto, das war klar, konnte sich die junge Akademikerin nicht leisten, also kaufte sie sich ein Rennmotorrad, das sie mangels Garagenplatzes in ihre kleine Wohnung schmuggelte. Von dort bekam sie das Motorrad aber nicht hinunter, weil die Maschine nicht mehr in den Aufzug passte, das Treppenhaus war zu schmal. Dem gestrengen Hausmeister schwatzte sie mit einer Notlüge den Schlüssel ab, mit dem sich der Aufzug für Umzüge verbreitern ließ, und ließ klammheimlich beim Schlosser noch eine Kopie anfertigen. Fortan konnte Kleinschmidt ihre Werkstattküche täglich nutzen. Der erste Karriereschritt war genommen.

Der Weg an die Weltspitze der Rallyefahrer führte Kleinschmidt über die Pharaonen-Rallye in Ägypten. Nach vier Tagen habe sie dort auf Rang 23 gelegen, eine Topplatzierung für eine Anfängerin auf einem selbst zusammengeschraubten Motorrad. Doch dann sei sie übermütig geworden, habe eine als Gefahr eingezeichnete Düne mit viel zu hoher Geschwindigkeit angefahren und an diesem Tag den „Weitsprungwettbewerb gewonnen“, erzählte Kleinschmidt lachend: „Da habe ich gelernt, dass Fehler passieren, wenn man etwas Neues macht. Aber wenn ich nichts wage, komme ich nicht weiter.“

Die wichtigste Lektion, die die Rednerin den Fahrlehrern auf den Weg geben wollte, war das Thema Kommunikation. Hinter einem Rennfahrer stehe ein Team von bis zu 100 Menschen, die, um erfolgreich zu sein, motiviert werden müssten. „Nur mit persönlicher Kommunikation können Sie Emotionen transportieren. Das geht mit Whatsapp oder E-Mails nicht. Außerdem können Sie sich im direkten Gespräch viel genauer absprechen und erhalten sofort eine Rückmeldung, wie ihrem Gegenüber das gefällt.“

Mit der richtigen emotionalen Ansprache und einer angenehmen Atmosphäre gewinnt man Menschen für die Sache und bewältige Rückschläge gemeinsam besser. Kleinschmidt dachte an das Jahr 2005 zurück, als das Team bei der Rallye Dakar kurz vor Ende auf dem dritten Rang lag. Das war zuvor noch keinem anderen von einem Diesel angetriebenen Fahrzeug gelungen. Doch dann brach die Lenkung, die Co-Pilotin dachte schon ans Aufgeben, als Kleinschmidt blitzschnell überlegte, dass noch ein Teamkollege, der in der Gesamtwertung aussichtslos schlechter platziert war, kurze Zeit später vorbeirasen sollte. Sie hielt ihn an, wartete den kurzen Wutanfall des Kollegen ab, baute mit ihm die Lenkung an seinem Rennauto aus und an ihrem wieder ein und erreichte das Ziel tatsächlich als Dritte.

Ihren kurzweiligen und anregenden Vortrag beendete Kleinschmidt mit einem Bild aus dem Cockpit eines Rennautos und einer Allegorie, die für Fahrlehrer wie geschaffen ist: „Wir entscheiden alle hinterm Steuer, was wir aus unserem Leben machen. Sie müssen Ihre Richtung selbst bestimmen.“

(ms)

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