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Fahrlehrerkongress: Zwischen Auto-Pilot und Roboter-Taxi

Birthe Finkendey ist Ingenieurin bei Volkswagen und sprach auf dem Fahrlehrerkongress zum Thema "So sieht Autofahren in der Zukunft aus"
© Foto: Werner Kuhnle

Ingenieurin Birthe Finkendey von Volkswagen stellte auf dem Fahrlehrerkongress in Berlin vor, wie sich der Autokonzern die Zukunft des Autonomen Fahrens vorstellt.


Datum:
11.11.2016
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Auf dem Weg zum autonomen Fahren gibt es zwei Möglichkeiten: ein autonomes Kraftfahrzeug mit Lenkrad – und eines ohne. Im Pkw mit Lenkrad muss ein Fahrer sitzen, der auch weiterhin den Führerschein benötigt, da er im Notfall und in komplexen Situationen das Fahrzeug wieder vom Autopiloten übernehmen muss. Im Auto ohne Lenkrad gibt es keinen Fahrer mehr – und es wird auch niemand benötigt, der einen Führerschein besitzt.

Volkswagen setzt beim Thema Autonomes Fahren auf beide Wege: Autopilot (das Fahrzeug mit Lenkrad) und Roboter-Taxi (ohne Lenkrad). Ein großes Problem, das machte Birthe Finkendey, Ingenieurin in der Abteilung Konzernforschung, Fahrerassistenz und Integrierte Sicherheit bei Volkswagen, auf dem 6. Deutschen Fahrlehrerkongress in Berlin deutlich, besteht beim Thema Aufmerksamkeit. Wenn der Fahrer beim hochautomatisierten Fahrern Tätigkeiten an den Auto-Piloten abgibt, muss er jederzeit in der Lage sein, die Verantwortung wieder zu übernehmen. „Wir brauchen also eine Fahreraktivitätserkennung“ so Finkendey. So arbeitet man bei Volkswagen an einer Weckfunktion für den Fahrer. Sollte das auch nicht greifen (etwa bei einem Herzinfarkt), dann führt der Wagen eigenständig ein Nothaltemanöver durch.

Die Volkswagen-Ingenieurin präsentierte den Gästen des Fahrlehrerkongresses einige Funktionen, an denen ihr Unternehmen arbeitet – einige für Roboter-Taxis ohne Fahrer, einige für Fahrzeuge mit Fahrer und Auto-Pilot-Funktionen. Ein Beispiel ist der Parkhauspilot. Der Fahrer gibt sein Pkw am Eingang ab, das dafür ausgestattete Parkhaus und das Fahrzeug kommunizieren und der Wagen sucht sich selbst seinen Parkplatz. Ist der Fahrer zurück, kommt das Fahrzeug eigenständig zu einer Zone, in der der Fahrer wieder zusteigt.

Welches Modell wird sich durchsetzen – Roboter-Taxis oder Fahrzeuge mit Autopilot? Volkswagen setzt auf beides: „Für Privatkunden ist der Auto-Pilot interessant, das Roboter-Taxi zielt auf Geschäftskunden“, sagte Finkendey. Die Funktionen des Auto-Piloten (verschiedene Assistenzsysteme) würden deswegen für zahlreiche Fahrzeug-Segmente entwickelt, es gehe um eine „Erweiterung der etablierten Fahrzeugarchitektur“. Volkswagen rechnet hier mit Mehrkosten von rund 1.000 Euro pro Fahrzeug.  

Bei den Roboter-Taxi hingegen könnten ganz neue Fahrzeuge entstehen – auf jeden Fall dann auch mit Elektromotor. Der Zeitpunkt für die Einführung solcher Fahrzeuge ist völlig offen. „Wir sind davon noch sehr weit entfernt“, sagte Finkendey. Ganz konkret aber schon die Vorstellung der Geschwindigkeit dieser autonomen Fahrzeuge: Im urbanen Bereich sollen diese Roboter-Taxi nach Vorstellung von Volkswagen 50 km/h, im sub-urbanen Umfeld 50 bis 70 und auf zwischen-urbanen Strecken 70 bis 130 Kilometer pro Stundefahren dürfen.

Auch zu einem weiteren Thema, das die Fahrlehrerschaft brennend interessiert, nahm Finkendey auf dem Fahrlehrerkongress Stellung: Fahrerassistenzsysteme. Sie verwies auf die Bedeutung der Bedienungsanleitung für die hochkomplexen Systeme. „Fahrlehrer sollten auf diese Bedienungsanweisung aufmerksam machen, unter dem Motto: erst lesen, dann fahren“, so die Volkswagen-Ingenieurin. Sie hält das Thema für ein mögliches neues Geschäftsmodell für Fahrschulen: „Bieten Sie doch Fahrkurse für Fahrerassistenzsysteme an“, schlug sie vor.

(tr)

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