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Finstere Zeiten für Zulieferer

27.08.2020 14:34 Uhr | Lesezeit: 4 min
Finstere Zeiten für Zulieferer
Die meisten Zulieferer sind zu 50 bis 75 Prozent ausgelastet, fast überall sind Mitarbeiter in Kurzarbeit
© Foto: VDA

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat Zulieferer in der Automobilbranche zu ihrer derzeitigen Lage befragt. Jeder zweite Unternehmer rechnet demnach damit, dass erst im Jahr 2022 das Vorkrisenniveau wieder erreicht wird, jeder zehnte sogar erst im Jahr 2023.

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Rund zwei Drittel der vom VDA Befragten sagen, dass die Kapazitäten derzeit nur zu 50 bis 75 Prozent ausgelastet seien. Trotzdem befinde sich nur bei etwa einem Viertel der Zulieferer mehr als die Hälfte der Belegschaft in Kurzarbeit.

Stellenabbau und Produktion im Ausland

Etwa 60 Prozent der Unternehmen geben an, durch die Corona-Krise zusätzlichen Personalabbau zu planen. In rund der Hälfte dieser Betriebe sollen fünf bis zehn Prozent der Stellen wegfallen. Etwa ein Drittel aller befragten Unternehmen hat dagegen Pläne, mehr als zehn Prozent des Personals abzubauen.

Annähernd 40 Prozent der Unternehmen haben bereits vor Beginn der Corona-Krise geplant, Produktion ins Ausland zu verlagern. Über zwei Drittel davon geben nun an, diese Planungen aufgrund der Corona-Krise zu beschleunigen.

Notwendige Unterstützung

Über 80 Prozent der Unternehmen erklärt zudem, dass ihnen zurzeit ausreichend Finanzierungsquellen offenstehen und sie sich auch von ihren Hausbanken unterstützt fühlen. 20 Prozent der Zulieferer haben Hilfen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds und zehn Prozent Überbrückungshilfen für kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) in Anspruch genommen oder planen dies. Etwa jedes fünfte Unternehmen gibt an, dass unter den gegenwärtigen Bedingungen die Liquidität ohne größere Anpassungen nur noch für maximal zwei bis drei Monate gesichert sei.

„Die Corona-Krise sollte für Politik und Gesellschaft ein Ansporn für Reformen sein, die die Unternehmen entlasten und damit den Standort stärken. Wir brauchen in Deutschland und in Europa eine offensive, dem Klimaschutz verpflichtete Industriepolitik", sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

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