Während überfüllte Innenstädte hierzulande nur für einen relativ kleinen Teil der Fahrlehrer ein ernsthaftes Problem darstellen, ist in überfüllten japanischen Großstädten wie Tokio an Fahren lernen im Straßenverkehr kaum noch zu denken. Einfallsreiche japanische Fahrschulen lehren deshalb auf Supermarktdächern. „In luftiger Höhe, acht, neun Meter über der Erde, hat die Fahrschule hier ihren Übungsplatz gebaut. Weiße Striche auf dem Teer imitieren Straßen, Zebrastreifen und Parkplätze. 35 blaue Mazdas fahren auf dem Dach im Kreis herum, jeweils von einem Fahrschüler und einem Fahrlehrer gelenkt. Es gibt den Nachbau einer Kreuzung, komplett mit Ampel, einen falschen Bahnübergang, jede Menge Kurven und eine Rampe, um das Anfahren am Berg zu üben“, berichtet die Süddeutsche Zeitung von einer Fahrschule in Tokio. Ab und an regne es auf die Regale des Supermarktes, weil das Flachdach vom Autofahren Risse bekommen hat – dann werden die Lecks einfach von unten wieder abgedichtet. Nur Fahrstunden für Motorradfahrer werden zumindest bei der in Tokio besuchten Fahrschule nicht mehr angeboten, „weil sie bei einem Unfall acht, neun Meter vom Dach stürzen könnten.“ (bub, 22.06.06)
Japan: Fahrstunden auf Häuserdächern
In japanischen Großstädten bekommen Fahrschüler ihre Fahrstunden auf Supermarktdächern.