Lebensgefahr auf dem Seitenstreifen

Das Warndreieck sollte immer in ausreichender Entfernung zum Pannenfahrzeug stehen
© Foto: Dekra

Warnweste anziehen und die Fahrbahn verlassen: Wer auf der Autobahn eine Panne hat, sollte einige Sicherheitsregeln beachten.


Datum:
17.07.2017

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Wer sich bei einer Autopanne auf der Fahrbahn aufhält, schwebt in Lebensgefahr. Davor warnen die Sachverständigen der Dekra. „Wenn das Auto auf der Autobahn streikt, heißt die wichtigste Regel: Warnweste anlegen, runter von der Fahrbahn und möglichst hinter der Schutzplanke in Sicherheit bringen“, sagt Dekra-Unfallforscher Markus Egelhaaf. 2015 wurden laut Statistischem Bundesamt auf deutschen Autobahnen 41 Fußgänger getötet und 50 schwer verletzt – obwohl es sie dort nicht geben dürfte. „Besonders auf Autobahnen und Außerortsstraßen befindet man sich außerhalb des Fahrzeuges in größter Gefahr“, so der Unfallexperte.

Im Fall einer Panne sollte man deshalb einige Sicherheitsregeln strikt beachten: Warnblinker einschalten und – sofern vorhanden – ganz rechts auf dem Seitenstreifen halten oder wenn möglich die Fahrbahn komplett verlassen. Warnwesten sollten im Idealfall alle Insassen noch im Auto überziehen. Deshalb sollte für jeden Sitzplatz eine Warnweste leicht zugänglich im Innenraum aufbewahrt werden, rät die Dekra. „Wichtig ist, dass alle Personen das Fahrzeug auf der fahrbahnabgewandten Seite verlassen und sich außerhalb des Gefahrenbereichs aufhalten, zum Beispiel hinter der Schutzplanke. Bleiben Sie niemals im Fahrzeug, wenn es im Bereich des fließenden Verkehrs zum Stehen kommt“, sagt Egelhaaf. „Wer auf dem linken Fahrstreifen einer Autobahn liegen bleibt, sollte niemals versuchen, über die Fahrbahn auf die rechte Seite zu gelangen.“

Zudem muss die Pannenstelle wie bei einem Unfall abgesichert werden. Für die Mindestentfernung des Warndreiecks vor dem Pannenfahrzeug würde als Faustregel die zulässige Höchstgeschwindigkeit in Metern gelten. Auf Autobahnen sind es 200 bis 300 Meter Abstand, auf Bundes- und Landstraßen mindestens 100 Meter und innerorts 50 Meter. Um frühzeitig gesehen zu werden, muss das Warndreieck außerdem vor Kurven, Kuppen oder anderen Sichthindernissen stehen. Das Warndreieck ist am rechten Rand des blockierten Fahrstreifens aufzustellen und nicht in der Mitte des Streifens. Ein Tipp des Sachverständigen: Auf dem Weg zum Aufstellungsort das Warndreieck vor den Körper halten und sich so selbst zusätzlich sichern.

Wer zusätzlich eine gelbe Blinkleuchte an Bord hat, sei besonders gut geschützt. Sie ist hilfreich, wenn das Fahrzeug bei schlechter Sicht durch einen Defekt an der Elektrik unbeleuchtet liegen bleibt, heißt es seitens der Dekra. Markus Egelhaaf warnt davor, eine Reifenpanne im Gefahrenbereich auf dem Seitenstreifen oder direkt neben der Fahrbahn selbst zu beheben. Allzu leicht könne man hier von einem anderen Fahrzeug erfasst werden. Deshalb besser über Handy oder Notrufsäule den Pannendienst rufen. (ts)

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