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Niedersachsen testet Streckenradar

Nach Angaben des Europäischen Verkehrssicherheitsrates (ETSC) halbierten sich in Österreich auf einem Tunnelabschnitt der Donauuferautobahn in Wien seit Einführung der Section Control die tödlichen Unfälle
© Foto: picture-alliance/dpa

In einem Modellversuch soll ab Mitte 2015 die Durchschnittsgeschwindigkeit über einen längeren Abschnitt erfasst werden.


Datum:
02.01.2015
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Überhöhte Geschwindigkeit ist eine der wesentlichen Ursachen für Verkehrsunfälle. In Ländern wie Österreich, Holland und der Schweiz konnte die Unfallquote durch die Geschwindigkeitskontrolle auf festgelegten Abschnitten bereits deutlich reduziert werden, berichtet das Präventionsportal „Polizei – Dein Partner“. Niedersachsen startet nun als erstes Bundesland einen Modellversuch zur Überwachung der Geschwindigkeit durch die sogenannte Section Control. Der Verkehrsgerichtstag hatte bereits 2009 die Durchführung eines solchen Versuchs befürwortet.

Bei diesem System wird die Geschwindigkeit nicht nur an einem bestimmten Punkt gemessen, sondern in einem definierten Abschnitt. „Durch die Messung der Geschwindigkeit über einen längeren Abschnitt erhält man ein besseres Bild des jeweiligen Fahrverhaltens. Section Control bietet die Möglichkeit, stark gefährdete Autobahnabschnitte ganz anders als bisher und wirkungsvoller zu überwachen. In Gefahrenbereichen wie zum Beispiel Unfallhäufungsstrecken, Tunnelanlagen oder Baustellen wird die Verkehrssicherheit effektiv erhöht“, erläutert Dr. Detlev Lipphard, Referatsleiter Straßenverkehrstechnik beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Der Kern dieses speziellen Verfahrens ist, dass es zu Beginn und am Ende einer definierten Strecke zwei Messpunkte gibt. Aus der ermittelten Fahrtzeit auf dieser Strecke errechnet sich die Durchschnittsgeschwindigkeit jedes einzelnen Fahrzeugs. „Das heißt, wenn man einmal kurzfristig etwas zu schnell fährt, wird man noch nicht belangt, sondern es gilt die insgesamt gefahrene Geschwindigkeit“, erklärt Lipphard.

An der Bundesstraße 6 zwischen Gleidingen und Laatzen in der Region Hannover wird Anfang 2015 die bundesweit erste Pilotstrecke zur Verkehrsüberwachung durch die Abschnittskontrolle eingerichtet. Der Betrieb soll Mitte kommenden Jahres auf der Fahrbahn Richtung Norden starten, meldet das Niedersächsische Innenministerium. Das wichtigste Kriterium für die Auswahl der Pilotstrecke aus der Empfehlung des 47. Deutschen Verkehrsgerichtstages war, dass Section Control nur an Unfallhäufungsstrecken zulässig sein soll. Allein seit 2011 gab es auf dem ausgewählten rund drei Kilometern langen Streckenabschnitt 28 Verkehrsunfälle, bei denen insgesamt zehn Personen leicht, drei schwer und zwei sogar tödlich verletzt worden sind.

Positive Erfahrungen in Österreich, Holland und der Schweiz

Das Verfahren Section Control wird bereits erfolgreich in europäischen Nachbarländern eingesetzt. Nach Angaben des Europäischen Verkehrssicherheitsrates (ETSC) halbierten sich in Österreich auf einem Tunnelabschnitt der Donauuferautobahn in Wien seit Einführung der Section Control die tödlichen Unfälle. Unfälle mit Personenschaden gingen um ein Drittel zurück. Auch das Pilotprojekt auf zwei Autobahnabschnitten in der Schweiz brachte positive Ergebnisse für die Verkehrssicherheit: Die Anzahl der erfassten Geschwindigkeitsüberschreitungen durch Pkw sank um 30 bis 40 Prozent und der Verkehrsstrom wurde flüssiger. In den Niederlanden registrierte man seit der Installation des Systems an einer Autobahn im Jahr 2002 nur noch 0,5 Prozent Geschwindigkeitsübertretungen. Die Zahl der Verkehrsunfälle sank dort um 47 Prozent.

(PdP/cm)

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