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Pneus aus Pusteblumen

Conti plant, den Kautschukanteil für Reifen aus Löwenzahn zu gewinnen
© Foto: Werner H./Panthermedia

Schon 2014 will Reifenhersteller Continental Reifen aus Löwenzahn-Naturkautschuk auf den Markt bringen.


Datum:
15.10.2013
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Der Reifenhersteller Continental und das Fraunhofer Institut für Molekularbiologie und angewandte Ökologie (IME) in Aachen haben ein gemeinsames Entwicklungsprojekt für industrialisierbaren Kautschuk aus Löwenzahn für die Reifenproduktion initiiert. Das soll jetzt laut Continental kurz vor dem vor dem Durchbruch stehen. In den vergangenen Jahren wollen die Entwicklungspartner im Labor durch den Einsatz modernster Züchtungsmethoden und einer Optimierung der Anlagentechnik hochwertigen Naturkautschuk aus Löwenzahnwurzeln hergestellt haben. Aufgrund dieser Ergebnisse wurde jetzt beim IME am Standort Münster der Bau einer Pilotanlage, die Naturkautschuk tonnenweise produzieren kann, gestartet.

„Wir investieren in dieses vielversprechende Material-Entwicklungs- und Erzeugungs-Projekt, weil wir überzeugt davon sind, dass wir dadurch unsere Reifenproduktion langfristig weiter verbessern können“, sagte Nikolai Setzer, der im Continental-Vorstand für die Division Reifen verantwortlich ist. „Denn die Kautschuk-Gewinnung aus der Pusteblumenwurzel ist deutlich wetterunabhängiger möglich als die vom Gummibaum und eröffnet aufgrund Ihrer agrarischen Anspruchslosigkeit ganz neue Potentiale – insbesondere für heute brachliegende Anbauflächen.“ Laut Christiane Pfeiffer, Leiterin Kommunikation der Nutzfahrzeugreifen bei Conti, sollen die ersten Testreifen mit Gummi-Mischungen aus Löwenzahn-Kautschuk bereits 2014 gefertigt und in den folgenden Jahren auf öffentlichen Straßen erprobt werden.

Reifenproduktion ohne fossile Materialien

„Mit diesem Löwenzahn-Projekt machen wir einen großen Schritt auf dem Weg zu unserem langfristigen Ziel, die Produktion von Pkw-, Lkw-, Spezial- und Fahrrad-Reifen komplett ohne fossile Materialien zu erreichen“, erklärte Boris Mergell, der das Kooperationsprojekt als Leiter der Material- und Prozessentwicklung für Reifen bei Continental betreut. „Wenn es uns gelingt, den Löwenzahn-Kautschuk in großen Mengen mit mindestens denselben Leistungseigenschaften wie der herkömmliche vom Kautschukbaum geerntete herzustellen, dann können wir uns deutlich unabhängiger von der jährlichen Erntesituation in den subtropischen Anbaugebieten machen“, so Mergell weiter. Wo in Europa der großflächige Anbau des speziell gezüchteten Löwenzahns vorgenommen werden soll, steht aber noch nicht fest. Hier dürfte einer der größten Problempunkte liegen: Sollte der „Vermaisung“ der Flächen dann eine „Verlöwenzahnung“ der Felder voller genverändertem Löwenzahn folgen, wäre das kontraproduktiv. Offen bleibt auch noch, ob und inwieweit sich die Alternative „Löwenzahn statt Kautschuk“ positiv auf die Reifenpreise auswirken wird.

(gs)

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