Risiken im Straßenverkehr für Jung und Alt

13.08.2013 15:12 Uhr
Dekra Wildhaus 2013
Beim Dekra-Crash wurde ein Unfall von vier Jugendlichen nachgestellt, die mit Tempo 80 gegen einen Baum prallen
© Foto: Dekra

Dekra und AXA wollten bei ihren aktuellen Crashtests die Probleme von jungen und alten Kraftfahrern im Straßenverkehr aufzeigen.

Fahranfänger und Senioren sind laut Statistik die Hauptunfallverursacher im Straßenverkehr. Während den einen Unerfahrenheit und Übermut zum Verhängnis werden, verunfallen viele ältere Kraftfahrer, weil ihre körperliche Verfassung das Lenken von Kraftfahrzeugen erschwert.

Deshalb wollte die Expertenorganisation Dekra zusammen mit ihrem Partner AXA die Problematik der älteren und jüngeren Verkehrsteilnehmer bei ihren Crashtests im Schweizerischen Wildhaus in den Fokus rücken. Drei verschiedene Unfälle, die als Video zur Verfügung stehen, wurden genau unter die Lupe genommen: Ein Senior mit Rollator, der von einem Auto angefahren wird, eine Kreuzungskollision, bei der ein älterer Verkehrsteilnehmer eine Hauptstraße queren will und ein typischer Diskounfall: Ein Fahranfänger mit drei Insassen verliert die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallt frontal mit 80 km/h gegen einen Baum. Die hinten sitzenden Beifahrer sind nicht angeschnallt.

Junge Menschen bekommen in der Schweiz nach einer Grundausbildung im praktischen und theoretischen Unterricht einen Führerschein auf Probe. Erst nach drei Jahren ohne Auffälligkeiten im Straßenverkehr und einer Weiterbildung erteilen die Behörden die endgültige Fahrerlaubnis.

In Deutschland hat das Begleitete Fahren ab 17 die Unfallzahlen bei Fahranfängern positiv beeinflusst. Bettina Zahnd, Leiterin Unfallforschung und Prävention bei der AXA Winterthur, fordert daher, dass das Konzept auch für die Schweiz geprüft werden müsse. Umgekehrt merkte Jörg Ahlgrimm, Leiter der Unfallanalyse bei Dekra, an, es sei zu prüfen, ob die Zweiphasenausbildung auch in Deutschland die Zahl der Unfälle von Jugendlichen weiter reduzieren könnte.

Zur Reduktion von Unfällen bei Älteren trägt in der Schweiz eine zweijährlich stattfindende Fahrtauglichkeitsuntersuchung bei Menschen über 70 Jahre bei. Bettina Zahnd kritisierte jedoch, dass diese Untersuchungen beim jeweiligen Hausarzt stattfänden. Um das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient nicht zu gefährden, rät der Versicherer zu unabhängigen ärztlichen Tests.

(cm)

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