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Risiko auf dem Rücksitz

Ein falsch angelegter Sicherheitgurt ist im Fond eines der größten Sicherheitsrisiken - nicht nur bei Kindern
© Foto: blankmag/Fotolia

Im Fond eines Autos sitzen Passagiere gefährlicher als vorn. Das zeigen neueste Ergebnisse der Unfallforschung.


Datum:
08.01.2016
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Im Fond eines Autos sitzen Passagiere gefährlicher als vorn. Das zeigen neueste Ergebnisse der Unfallforschung.

Auswertungen von Unfalldaten haben ergeben, dass die Fortschritte beim passiven Insassenschutz den hinten Sitzenden nur in geringerem Maße zugutekamen. Das hat zur Folge, dass Verletzungen auf den rückwärtigen Sitzen zu 20 Prozent schwerer ausfallen als auf den vorderen – in ein- und demselben Auto. Dabei fühlen sich 75 Prozent der Mitfahrer auf den Rücksitzen ebenso sicher oder sogar noch besser aufgehoben als vorne.

Allerdings lässt sich das höhere Risiko im Fond nicht allein den sicherheitstechnischen Verbesserungen im vorderen Wagenbereich zuschreiben. Vielfach tragen die Fondinsassen zu ihrer Gefährdung auch selbst mit bei, wie die Unfallforschung verdeutlicht. So sitzen viele rückwärtige Passagiere nicht in einer geraden, aufrechten Haltung, wie es eigentlich sein sollte, sondern stattdessen mehr oder weniger nach vorne gebeugt, zur Seite geneigt oder ansonsten leicht verdreht. Solche Verrenkungen sind oft dem Wunsch nach einer besseren Kommunikation mit den vorn Mitfahrenden oder schlicht Unbequemlichkeit geschuldet. Die falsche Sitzposition erschwert es jedoch dem Anschnallgurt massiv, seinen Sicherheitsaufgaben optimal nachzukommen.

Richtig anschnallen

Häufig legen Fondpassagiere den Sicherheitsgurt auch nicht korrekt an: weil er falsch positioniert am Hals scheuert, weil er unbequem ist oder schlicht die Bewegungsfreiheit einschränkt: Dann führt der Gurt zum Beispiel über den Oberarm oder unter ihm durch. Dieser Komfortgewinn geht aber mit einem erheblich gesteigerten Risiko einher, weil der Gurt im Falle des Falles nicht ausreichenden Rückhalt geben kann.

Dabei machen Crashversuche unmissverständlich deutlich, dass Sitzpositionen, die von der empfohlenen Sitzhaltung und Nutzung des Gurtsystems abweichen, hohe Verletzungsrisiken für die Fondinsassen bergen. Ein nicht angeschnallter Rücksitzinsasse kann sogar zu einer tödlichen Gefahr für Fahrer oder Beifahrer werden.

Gurterinnerer und Gurtstraffer auch hinten

Vor diesem Hintergrund weisen die Versicherer darauf hin, dass der Sicherheitsgurt die entscheidende Voraussetzung für wirksamen Schutz bei einem Unfall ist. Deshalb muss er auch auf der Rückbank korrekt angelegt werden. Außerdem sollte man möglichst gerade und aufrecht sitzen, damit der Gurt korrekt verläuft. Um die Angurtquote weiter zu erhöhen, plädieren die Kfz-Versicherungen zudem für den Einbau akustischer und optischer Gurterinnerer im Fahrzeug. Darüber hinaus fordern die Unternehmen, dass auch allen Rücksitzinsassen der optimale Schutz durch das Gurtsystem zukommen sollte: Und dazu gehören ebenfalls Gurtstraffer in Verbindung mit Gurtkraftbegrenzern – wie sie im vorderen Fahrzeugbereich unterdessen weitgehend Standard sind.

(Goslar Institut/tc)

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