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Sicherheitsrisiko Kleintransporter

Serienmäßig verbaute Notbremsassistenten bei Kleintransportern würden vor allem schwächere Verkehrsteilnehmer schützen
© Foto: ADAC/Uwe Rattay

Der ADAC hat zusammen mit Euro NCAP 19 Kleintransporter getestet. Die ernüchternde Bilanz: 18 Fahrzeuge erhielten das Urteil „nicht empfehlenswert“. Vor allem die Sicherheitsausstattung ließ zu wünschen übrig.


Datum:
10.03.2022
Autor:
Saskia Doll
Lesezeit: 
3 min
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Auf Kleintransporter bis 3,5 Tonnen setzen neben Handwerkern und Lieferdiensten auch Privatpersonen, beispielsweise fürs Camping. Wie es um die Sicherheit dieser Fahrzeuge bestellt ist, wollten der ADAC und Euro NCAP nach einem ersten Test im Jahr 2020 wissen. Aber auch 2022 ist keines der 19 getesteten Modelle serienmäßig mit Sicherheitssystemen wie dem Notbremsassistenten ausgestattet. Lediglich ein Gurtwarner ist serienmäßig an Bord. Mehr Sicherheit gibt es also nach wie vor nur gegen Aufpreis.

Euro NCAP hat die Transporter mit optionaler Vollausstattung untersucht, hier erreichen 18 Transporter eine Auszeichnung. Doch nach Einschätzung des ADAC werden bei dieser Fahrzeugklasse eher die Standardmodelle ohne Extras gekauft. Daher hat sich der Club die 19 Modelle mit der in Deutschland erhältlichen Basisausstattung genauer angesehen. Und 18 der 19 getesteten Transporter bewertet der ADAC mit nicht empfehlenswert. Nur ein Modell, der Mercedes-Benz Vito, konnte überzeugen.

Hohes Unfallrisiko

Die Unfallzahlen mit Kleintransportern zeigen allerdings einen dringenden Handlungsbedarf im Bereich der Sicherheitsausstattung. Laut Statistischem Bundesamt waren Kleintransporter 2019 in über 14.000 Unfälle mit Personenschaden verwickelt, in 66 Prozent der Fälle, bei denen 126 Menschen starben, waren sie Hauptverursacher. Aus diesem Grund sind viele Assistenzsysteme ab Juli 2022 für neue Typgenehmigungen gesetzlich vorgeschrieben. So müssen Nutzfahrzeuge und Busse bis 3,5 Tonnen im Rahmen der General Safety Regulation ab Juli 2022 (Neufahrzeuge ab Juli 2024) mit einem autonomen Notbremssystem ausgestattet sein, jeweils zwei Jahre später auch mit Erkennung von Fußgängern und Radfahrern.

Obwohl diese Systeme also bereits vorhanden sind, bieten Fahrzeughersteller sie für ihre Transporter-Modelle nicht serienmäßig an. Auch durch Förderprogramme des Bundes könnte die Zahl der Unfallopfer durch Kleintransporter schon vor der Verpflichtung durch die General Safety Regulation verringert werden. Nach Ansicht des ADAC sollten modernste Sicherheitsassistenten in vollem Umfang serienmäßig eingesetzt werden, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Bis dahin sollten Käufer mindestens den Notbremsassistent wählen.

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