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Unfallbilanz 2015: Mehr Getötete im Straßenverkehr

Neben den Fußgängern zählen auch die Radfahrer zu den gefährdestens Teilnehmern am Straßenverkehr
© Foto: arborpulchra/fotolia

Auch 2015 stieg die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten erneut an. Das sagen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Besonders gefährdet sind Fußgänger und Zweiradfahrer.


Datum:
16.07.2016
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Die neu veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind erschreckend: 2015 kamen 3.459 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Das sind 82 mehr als im Jahr davor. „Die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten hat nach 2014 leider auch 2015 zugenommen. Diese Entwicklung ist ein Alarmzeichen dafür, dass wir nicht nachlassen dürfen, uns weiterhin anzustrengen, diese Entwicklung wieder umzukehren. Nach wie vor werden täglich neun Menschen auf unseren Straßen getötet, rund 1.000 verletzt. Die Entwicklung zeigt, dass stetig sinkende Unfallzahlen kein Selbstläufer sind, sondern kontinuierliche und große Anstrengungen notwendig sind“, kommentierte Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR), die Unfallzahlen.

Besonders gefährdet: Zweiradfahrer und Fußgänger

Zu den gefährdetsten Gruppen gehören Zweiradfahrer und Fußgänger. „Bedenklich stimmen die Zunahme der getöteten Motorradfahrer um rund neun Prozent, die ebenfalls gestiegene Zahl bei den tödlich verunglückten Fußgängern um 2,7 Prozent und die nur um 3,3 Prozent gesunkene Zahl bei den Radfahrern“, sagte Eichendorf. Diese „schwächeren“ Verkehrsnehmer gelte es noch besser zu schützen. Vor allem aufgrund der Tatsache, dass Unfälle, an denen sie beteiligt waren, überwiegend auf Regelverstöße anderer Verkehrsteilnehmer zurückzuführen seien.

Der Präsident des DVR betonte noch einmal die Wichtigkeit eines Fahrradhelms. Ebenfalls könne eine sichere sowie den aktuellen Erkenntnissen angepasste Radverkehrsinfrastruktur dazu beitragen, Radler besser zu schützen. Doch die Radfahrer könnten auch selbst einiges für ihre Sicherheit tun: Dazu zählen ein regelkonformes Verhalten im Straßenverkehr sowie der Verzicht auf die Benutzung der Fahrbahn oder des Radweges in falscher Richtung. Auch den Konsum von Alkohol sollten Radfahrer unterlassen.

Mehr Schutz für Biker

Zum Schutz der motorisierten Zweiradfahrer empfiehlt der DVR unter anderem, auf bekannten Motorradstrecken Schutzplanken mit Unterfahrschutz einzurichten, die Geschwindigkeit zu beschränken und die Abschnitte auch entsprechend zu überwachen. Um die eigene Sicherheit zu erhöhen, könnten Biker außerdem regelmäßig an Fahrtrainings teilnehmen. Wen es mit seiner Maschine raus auf die Straße drängt, der sollte unbedingt darauf achten, dass das Fahrzeug technisch einwandfrei ist, betonte Eichendorf. Außerdem sollten Biker stets nur mit der richtigen Schutzkleidung unterwegs sein.

Erst vor kurzem hat das Bundeskabinett eine Erste Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) beschlossen. Für den DVR ein wichtiger Schritt. Denn dadurch werde die Anordnungsmöglichkeit von Tempo 30 an Unfallschwerpunkten und in schutzwürdigen Bereichen wie zum Beispiel vor Kindergärten, Schulen oder Altenheimen erleichtert. Der DVR geht allerdings noch einen Schritt weiter: Er will einen Modellversuch durchführen, in dem die Regelgeschwindigkeit innerorts von 50 auf 30 km/h herabgesetzt wird. „Im Sinne der Sicherheitsstrategie Vision Zero müssen die Höchstgeschwindigkeiten auch innerorts den Gefährdungen angepasst werden“, so Eichendorf. Ein wissenschaftlich begleiteter Modellversuch ermögliche gesicherte Erkenntnisse in Bezug auf die festgelegten Wirkungen, die Reduktionspotenziale von Unfällen sowie deren Übertragbarkeit. Durch zu hohe Geschwindigkeiten in der Stadt seien Radfahrer, Fußgänger, Kinder und ältere Menschen besonders gefährdet.

(DVR/jg)   

 

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