In Deutschland führten 2012 die 13 aktiven Träger der bundesdeutschen Begutachtungsstellen für Fahreignung insgesamt 94.176 medizinisch-psychologische Untersuchungen (MPU) durch – fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Das meldet die Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast), die jährlich die bundesweite Statistik veröffentlicht. Der Abwärtstrend ergibt sich vor allem aus dem Rückgang der Begutachtungen aufgrund von Alkoholauffälligkeiten um rund 6,5 Prozent. Nach wie vor ist Alkohol jedoch mit 48.217 Untersuchungen der Hauptgrund für eine MPU. Weitere Untersuchungsanlässe waren beispielsweise Drogen und Medikamente (21 Prozent), Verkehrsunfälle ohne Alkohol (16,5 Prozent) und körperliche Mängel (0,5 Prozent).
Kaum eine Änderung gegenüber dem Vorjahr gab es bei den Ergebnissen: So wurden 56 Prozent der begutachteten Personen mit „geeignet“ und 37 Prozent mit „ungeeignet“ beurteilt. Die restlichen sieben Prozent bekamen die Einstufung „nachschulungsfähig“.
Das MPU-Gutachten bietet der Straßenverkehrsbehörde die psychologische und medizinische Grundlage für die Entscheidung, ob eine Person die Fahrerlaubnis erhalten oder zurückerhalten kann oder nicht. Wird die Fahrerlaubnis nicht zugesprochen, können Betroffene die Erteilung nach einem festgesetzten Zeitraum erneut beantragen. Bei manchen ist aufgrund des MPU-Gutachtens auch die Einstufung als „nachschulungsfähig“ möglich. Dann kann die Fahrerlaubnis nach der Teilnahme an entsprechenden Kursen wieder erteilt werden.
(ab)