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Abbremsen als Maßregelung: Alleiniges Verschulden bei Unfall

Durch ihre eigenmächtige „Zurechtweisung“ provozierte eine Autofahrerin einen Auffahrunfall
© Foto: bluedesign/stock.adobe.com

Drängeln, schleichen, Vorfahrt missachten – meist gibt es genügend Anlässe, um sich über andere Verkehrsteilnehmer aufzuregen. Wer aber das Fehlverhalten anderer selbstständig tadelt, kann sich damit Ärger einhandeln. Das zeigt eine Entscheidung des Koblenzer Oberlandesgerichts.


Datum:
26.06.2022
Autor:
Saskia Doll
Lesezeit:
2 min
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Dem Urteil, über das die Plattform anwaltsregister.de berichtet, lag folgender Fall zugrunde: Eine Autofahrerin war auf einer Vorfahrtsstraße unterwegs als ein Lkw in die Straße einbog und der Frau die Vorfahrt nahm. Ihr Ärger über das falsche Verhalten des Lkw-Fahrers verleitete die Autofahrerin zu einer „Disziplinarmaßnahme“: Sie überholte den Lkw und bremste vor ihm plötzlich ab. Der Lkw-Fahrer konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren und fuhr auf.

Den Schaden an ihrem Auto wollte sich die Frau daraufhin von dem Lkw-Fahrer ersetzen lassen und klagte vor Gericht. Das sah die Sache allerdings entschieden anders: Die Autofahrerin habe sich im groben Maße verkehrswidrig verhalten. Der Unfall sei alleine auf ihr Verhalten zurückzuführen. Dass der Lkw-Fahrer zuvor die Vorfahrt missachtet hatte, spiele dabei keine Rolle. Denn das habe den Unfall nicht ausgelöst. Weil sie nur abgebremst hatte, um den Lkw-Fahrer zu maßregeln, musste die Frau alleine haften.

Oberlandesgericht Koblenz
Aktenzeichen 12 U 1518/21

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