Dienstag, 25. Februar 2020

27.10.2019Nachrichten

drucken email

Studie: Mehr Verkehr durch autonome Fahrdienste

Autonomes Fahren
So skeptisch sieht ein Beratungsunternehmen die mobile Zukunft
© Foto: Goslar Institut

Das geht aus einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Deloitte zum Thema „Urbane Mobilität und autonomes Fahren im Jahr 2035“ hervor, die das Goslar Institut in einer Pressemitteilung zusammenfasst.

Die Verfasser der Deloitte-Studie gehen davon aus, dass im Jahr 2035 eine große Flotte von autonomen Taxis und Shuttles Fahrten von Tür zu Tür anböten. Diese „Revolution der Mobilität“ – so nennen es die Berater – werde zu „signifikanten Preissenkungen“ für Mobilität führen.

Billiger als die Konkurrenz

Ein Robotaxi werde achtmal günstiger sein als ein normales Taxi heute. Und der Kilometerpreis läge demnach 25 Prozent unter dem eines privat betriebenen Mittelklassewagens. Für einen durchschnittlichen Arbeitsweg von rund zehn Kilometern veranschlagen die Studienautoren mit einem Roboshuttle Kosten von 1,50 Euro. Das wäre deutlich billiger als die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Den angenommenen Preisvorteil begründen die Verfasser der Studie damit, dass die autonomen Taxis und Shuttles keinen Fahrer benötigen und effizienter auszulasten seien. Das mache sie aus Kostensicht zu einer attraktiven Alternative zu bestehenden Verkehrsmitteln, stellt Deloitte fest.

Lasse man den Marktkräften freien Lauf, wären im Jahr 2035 rund 740.000 autonome Fahrzeuge in den Städten unterwegs, heißt es in der Studie. Das wäre das Zwölffache der heutigen Taxiflotte. Jeder dritte Weg würde somit in autonomen Fahrdiensten zurückgelegt werden.

Mehr fahrende Fahrzeuge, weniger parkende

Der Preiswettbewerb soll dann nicht nur das private Auto verdrängen, dessen Anteil an den täglich gefahrenen Strecken sich von heute 49 auf 32 Prozent im Jahr 2035 reduzieren wird, lautet die Kalkulation von Deloitte. Auch die Nutzung des ÖPNV wird von 20 auf 14 Prozent sinken. Sogar die Nutzung von Fahrrad und Fußweg soll von 31 auf 21 Prozent zurückgehen.

Die Folge laut Deloitte: Die Anzahl der Fahrzeuge, die zeitgleich auf unseren Straßen fahren, nimmt zu. Damit sinkt der Verkehrsfluss und das Staurisiko wird deutlich erhöht. Dabei soll der Fahrzeugbestand in urbanen Regionen zwar um 20 Prozent abnehmen, wodurch vor allem der Parkraum entlastet würde. Da jedoch autonome Fahrzeuge häufiger genutzt werden, steigere sich der Verkehr in den Städten in Spitzenzeiten um bis zu 40 Prozent, prognostizieren die Verfasser der Studie. Die Folge davon seien Staus.

(tc)

 

 

Aktuelle Magazin-Ausgabe

Ausgabe 2/20

Titelbild