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Hamburger kritisieren Sonderregelung

Hauptaussteller der Mitgliederversammlung in Hamburg war der Hersteller Audi
© Foto: Annika Binder

Das Fahreignungsseminar, die Ausbildung zum Fahrlehrer sowie neu entwickelte Arbeitshilfen, die Fahrschülern den Ablauf von Standardsituationen veranschaulichen sollen – diese Themen standen im Mittelpunkt auf der Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbands Hamburg.


Datum:
06.03.2014
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Auftakt der Mitgliederversammlungen bildet traditionell der Fahrlehrerverband Hamburg. Zahlreiche Mitglieder sind aus diesem Grund ins Hotel Lindtner in den Stadtteil Heimfeld gekommen, um dort vom Vorstand unter der Leitung von Sabine Darjus zu erfahren, was den Landesverband 2013 bewegte und welche Themen 2014 wichtig werden.

Als Vertreter der Innenbehörde Hamburg kam Dr. Peter Dauer, leitender Regierungsdirektor, zur Mitgliederversammlung. In seinem Grußwort sprach er über verschiedene Kampagnen im Bereich Prävention und Überwachung, mit der die Hansestadt die Verkehrssicherheit erhöhen will. Sie richten sich schwerpunktmäßig an die Risikogruppen Senioren und Fahranfänger. So erreichte „Mobil? Aber sicher!“, eine Kampagne zur Suchtprävention, schon über 15.000 Fahrschüler. Dass diese Initiativen Früchte tragen, sei nicht zuletzt der guten Zusammenarbeit mit dem Fahrlehrerverband Hamburg zu verdanken, betonte Dauer in seiner Rede.

Offene Fragen zum FES

Im zweiten Teil seines Grußwortes sprach der leitende Regierungsdirektor über verschiedene Rechtsentwicklungen, die sich auch auf die Fahrlehrerschaft auswirken. Dabei bezog er sich auf die Reform des Punktesystems, die im Mai 2014 in Kraft tritt. Um offene Fragen vor allem in Bezug auf die Fahreignungsseminare (FES) zu klären, habe die Politik einen „Fragen-Antworten-Katalog“ erarbeitet, der „als Auslegungshilfe dienen und den Übergang erleichtern soll“. „Die Realität ist leider komplexer als man es manchmal in einem Gesetz berücksichtigen kann. Der Gesetzgeber hat deshalb Fallkonstruktionen übersehen und einige Übergangsregelungen nicht ausgearbeitet“, gab Dauer zu. Das müsse die Politik nun nachholen und praxisgerechte Lösungen erarbeiten. Ebenfalls thematisierte er die dritte EU-Führerscheinrichtlinie sowie die Reform des Fahrlehrerechts, deren Ziel eine Entbürokratisierung und Modernisierung der Aus- und Weiterbildung sei.

In der anschließenden Fragerunde sprach ein Verbandsmitglied ein Problem bei der Ausbildung der Fahrlehrer an, das in dieser Form wohl in keinem anderen Bundesland existiert. So dürfen Fahrlehreranwärter nach der viereinhalbmonatigen Ausbildung in einer Ausbildungsfahrschule nicht weiter arbeiten, weil die Rechtsgrundlage hierfür fehlt. Das gilt auch, wenn sie die Lehrproben im theoretischen oder im fahrpraktischen Teil nicht bestehen. „Wenn die Fahrlehrer aber nicht weiterarbeiten dürfen, können sie auch nicht üben und sich weiter verbessern“, kritisierten die Verbandsmitglieder. Dauer versprach, hier eine Lösung zu finden, auch wenn er derzeit noch nicht wisse, wie diese aussehen könne.

Fehlende Schüler und junge Fahrlehrer

Auch Gerhard von Bressensdorf, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF), widmete sich in seiner Rede „Fahrschulen zwischen den Auswirkungen des demografischen Wandels und dem Druck ständiger Veränderungen“ den gesetzlichen Veränderungen, die die Arbeit der Fahrlehrer betrifft. So rechnet er im Fahreignungsseminar mit wesentlich weniger Teilnehmern als von der Politik geplant. Da FES auf Freiwilligkeit basiert, breche für die Fahrlehrer, die eine entsprechende Zusatzausbildung für das Modul haben müssen, eine wichtige Einkommensquelle weg, kritisierte von Bressensdorf weiter. Immerhin habe der Bundesverband erreicht, dass die Fahrlehrer und nicht nur die Verkehrspsychologen Teil des Fahreignungsseminars sind.

Weitere Problemfelder sieht von Bressensdorf im demografischen Wandel und der damit verbundenen sinkenden Zahl an Fahrschülern sowie in der Altersstruktur des Berufsstandes, weshalb dringend junge Fahrlehrer gesucht werden. Die BVF strebe hier eine Neugliederung und Verlängerung der Fahrlehrerausbildung an.

Zu den weiteren Rednern gehörten Andreas Schorling vom Landesbetrieb Verkehr, Hero Wilters von TÜV Hanse und Peter Schmidtke von TÜV Nord Mobilität. Sie präsentierten die aktuellen Zahlen zu den Führerscheinanträgen sowie zu der Bestehensquote in der theoretischen und praktischen Führerscheinprüfung. Ebenfalls mit aktuellen Zahlen über die Ein- und Ausgaben der Fahrlehrerversicherung war Rolf Schrade gekommen. Er ist seit vergangenem Jahr im Vorstand des berufsständischen Versicherers.

Im Geschäftsbericht zum Jahr 2013 berichtete Sabine Darjus unter anderem über Aktivitäten 2013 wie Bike (er)erfahren sowie den Motorradgottesdienst. Zudem präsentierte sie Informationsmaterial, das der Verband seinen Mitgliedern zur Verfügung stellt. Außerdem gab sie einen Ausblick auf folgende Termine 2014:

  • FES-Fortbildung vom 13. bis 15. und vom 20. bis 22. März
  • Seminarleiterversammlung am 24. März
  • Erfahrungsaustauch für Behindertenausbilder am 7. April
  • Treffen der Senioren am 10. April
  • Sternfahrt am 26. April
  • Zweiradfortbildung in Hamburg vom 4. bis 6. September

(Wer Interessen an der Teilnahme hat, kann sich unter der Telefonnummer 040/23 33 40 beim Fahrlehrerverband Hamburg anmelden.)

Darüber hinaus kündigte Darjus eine Maßnahme an, mit der der Fahrlehrerverband Hamburg helfen möchte, die Durchfallquote zu senken. „Wir haben in den vergangenen Monaten in einem Arbeitskreis Arbeitshilfen erstellt, die wir ab Mitte des Jahres unseren Mitgliedern zur Verfügung stellen wollen“, kündigte die Vorsitzende an. Dabei wurde der Ablauf von 16 Standardsituationen wie Abbiegen oder Auffahren auf die Autobahn in die einzelnen Schritte zerlegt, die sich der Fahrschüler anhand von Merkzetteln verinnerlichen soll. „Ziel ist es, dass der Fahrschüler die Standardsituation erkennt und sofort die einzelnen Abläufe abrufen kann“, erklärte Darjus.

(ab)


Die Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbands Hamburg 2014

Bildergalerie

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