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Hoher Stellenwert des Verbandes

Konstante Mitgliederzahlen: Die Fahrlehrer in Schleswig-Holstein stärken ihren Verband
© Foto: Hanna Sturm

Bei der Mitgliederversammlung des Fahrlehrer-Verbands Schleswig-Holstein kamen mehr Fahrlehrer denn je. Die Reform des Verkehrszentralregisters und der demografische Wandel beschäftigten die Mitglieder.


Datum:
26.03.2014
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„Ich bin überwältigt von dieser Teilnahme!“ Bei der Begrüßung der anwesenden Mitglieder zur Mitgliederversammlung des Fahrlehrer-Verbands Schleswig-Holstein in Kiel war Landesvorsitzender Frank Walkenhorst zu Recht hoch erfreut: Denn es hatten sich so viele Fahrlehrer für die Versammlung angemeldet wie seit Jahren nicht mehr. Dieses große Interesse lag einerseits wohl am neuen Veranstaltungsort, dem modernen und komfortablen Hotel Atlantic in Kiel. Andererseits haben die hohen Teilnahmezahlen auch gezeigt, dass der Verband in Zeiten des Umbruchs für seine Mitglieder umso wichtiger ist. Dies belegten auch die stabilen Mitgliederzahlen des Verbandes. „Wir sind auf einem guten Weg, dürfen aber nicht nachlassen“, betonte Walkenhorst. Deshalb sei es wichtig, den Verband auch bei den jüngeren Fahrlehrern bekannter zu machen und sie zu animieren, beizutreten.

Wie wichtig ein starker Verband bei politischen Verhandlungen ist, bestätigte auch Ralph Müller-Beck, Staatssekretär im Ministerium Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein. Die Fahrlehrer seien der erste Berührungspunkt von jungen Menschen im Straßenverkehr und deshalb ausschlaggebend für die Verkehrssicherheit. „Herzlichen Dank im Namen der Landesregierung, dass Sie sich täglich mit so viel Herzblut dieser wichtigen Aufgabe widmen“, sagte der Staatssekretär in seinem Grußwort. Doch Müller-Beck war nicht nur nach Kiel gekommen, um Grüße auszurichten, sondern auch, um von den Aktivitäten des Ministeriums zu berichten. So habe der Landesverkehrsminister Reinhard Meyer kürzlich eine Gesamtstrategie für mehr Sicherheit und Fairness im Straßenverkehr vorgestellt. „Wir möchten die Akzeptanz der Verkehrsregeln erhöhen“, fasste Müller-Beck zusammen. Ein weiterer wichtiger Punkt sei es außerdem, die Reform des Fahrlehrerrechts voranzubringen. „Hier bin ich sicher, dass wir im engen Dialog mit dem Verband Lösungen finden werden“, sagte der Staatssekretär und versprach auf eindringliche Bitte von Dieter Quentin, dem zweiten stellvertretenden Vorsitzenden der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, den Prozess für die Reform des Fahrlehrer-Gesetzes wenn möglich zu beschleunigen.

Geringe Durchfallquoten in Schleswig-Holstein

Diese und viele weitere Reformen waren auch Thema des Vortrags von Dieter Quentin: Fahrerlaubnisverordnung, Fahrlehrer-Gesetz, Verkehrszentralregister – das sind nur einige Bereiche, in denen die Fahrlehrerschaft in den letzten Jahren viele rechtliche Änderungen verkraften mussten. Größtes Ärgernis sei mit Sicherheit der Wegfall der verpflichtenden Aufbauseminare für Punkteauffällige. „Das ist ein Beispiel dafür, dass im Gesetz genau das Gegenteil von dem steht, was vorher angekündigt wurde“, kritisiert Quentin. Fahrschulen, die künftig im FES-Bereich aktiv seien, müssten sich auf deutlich weniger Teilnehmer einstellen, als sie es von den ASP gewohnt seien.

Steigende Zahlen verbuchte hingegen Rainer Cyganski von der TÜV Nord Mobilität GmbH. Denn in den ersten Monaten des Jahres 2014 habe es bei den theoretischen Prüfungen in Schleswig-Holstein einen Zuwachs von 6,4 Prozent gegeben. „Die praktischen Prüfungen hinken noch um knapp 3 Prozent hinterher, aber das wird sich bald einpendeln“, prognostizierte Cyganski. Auch die Quoten sind erfreulich: In Schleswig-Holstein fallen mit 22,6 Prozent die wenigsten Fahrschüler durch die praktische Prüfung, bei der theoretischen sind es 25,6 Prozent. Neben der Statistik kam der Vertreter des TÜV Nord auf aktuelle Entwicklungen zu sprechen – auch auf weniger erfreuliche wie die vermehrt auftretenden Manipulationsversuche bei theoretischen und praktischen Prüfungen. „Vorfälle, bei denen Führerscheinanwärter mit Kameras oder einem Knopf im Ohr und Passmissbrauch in den Prüfungen betrügen, mehren sich leider“, sagte der Experte. Leider sei dies kein Straftatbestand, deshalb ähnele das Vorgehen dagegen bisher einem „Kampf gegen Windmühlen“. Auch wenn Schleswig-Holstein bisher nicht betroffen ist, versprach Frank Walkenhorst Mithilfe: „Wir werden alles tun, um solch schwarzen Schafen das Handwerk zu legen.“ Schließlich brächten sie einen ganzen Berufsstand in Verruf.

Teurer Hagelsturm "Andreas"

Nach diesem ernsten Thema lockerte David Lubczynski mit seinem Vortrag über neue Produkte von Volkswagen die Atmosphäre auf: Er zeigte zwei humorvolle Werbespots, die bei den Fahrlehrern gut ankamen. Außerdem stellte Lubczynski den neuen e-Golf vor und riet den Fahrlehrern, Elektrofahrzeuge Probe zufahren und das neue Fahrgefühl zu entdecken. „Denn unsere Elektrofahrzeuge sind nicht nur sparsam, sondern machen auch Spaß beim Ampelduell.“ Nicole Dirks, Direktionsbeauftragte der Fahrlehrerversicherung für Schleswig-Holstein, war spontan für ihren erkrankten Vorstand Andreas Anft eingesprungen. Sie informierte die anwesenden Fahrlehrer über aktuelle Versicherungsprodukte und erstaunte sie mit Zahlen zu den massiven Hagelschäden im Jahr 2013. Alleine der Hagelsturm „Andreas“ habe eine Schadenssumme von 2,7 Millionen Euro verursacht.

Im verbandsinternen Teil der Mitgliederversammlung standen Wahlen auf dem Programm: Die beiden Stellvertreter des Landesvorsitzenden, Michael Frank und Bernd Arndt, wurden einstimmig, beziehungsweise mit nur einer Gegenstimme wiedergewählt.

(hst)


Die Mitgliederversammlung des Fahrlehrer-Verbandes Schleswig-Holstein 2014

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