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Thüringen tagte

23.11.2023 09:00 Uhr | Lesezeit: 4 min
Thüringen tagte
Zahlreiche Verbandsmitglieder und Gäste folgten der Einladung zur diesjährigen Mitgliederversammlung in Nohra
© Foto: Gerhard Grünig

Am 18. November fand in den Räumlichkeiten des ADAC Fahrsicherheitszentrums in Nohra die Mitgliederversammlung des Thüringer Fahrlehrerverbandes e.V. statt. Das Vorsitzenden-Trio um Harry Bittner realisierte eine informative und unterhaltsame Veranstaltung.

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Rund 70 Mitglieder sowie 20 Gäste und Aussteller fanden den Weg nach Nohra, um an der Mitgliederversammlung des Thüringer Fahrlehrerverbandes e.V. teilzunehmen. Als politischer Vertreter gab sich Pascal Busch vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft die Ehre, als Abgesandter der Bundesvereinigung reiste Kurt Bartels nach Weimar.

Ein aktuelles Brennerthema: Die durch die Novelle der Fahrschüler-Ausbildungsordnung (FahrschAusbO) zu erwartenden Neuerungen. In dem Punkt wusste Harry Bittner zu beruhigen. „Ich verspreche Ihnen, dass wir die Novelle der FahrschAusbO in aller Ruhe einführen werden – und wenn wir dann Glück haben, werden wir Mitte 2025 eine neue Verordnung haben.“ Bittner nahm in seinem Eingangs-Statement auch Bezug auf OFSA II: „Es gibt Verbände, die wollen den synchronen Unterricht sofort einführen, weil nach deren Ansicht sonst die während der Corona-Zeit eingeführte Technik veraltet. Es sollte uns aber nicht um Technik gehen, sondern um Verkehrssicherheit!“ Der 1. Vorsitzende des Fahrlehrerverbandes Thüringen e.V. plädiert deshalb klar dafür, den Präsenzunterricht in jedem Fall erhalten zu wollen.

Bittner plädierte aber auch für die Schaffung digitaler Lernplattformen, um den Notwendigkeiten eines modernen Unterrichts nachzukommen. „Die aktuelle  FahrschAusbO ist 25 Jahre alt, das müssen wir schon überarbeiten“, so Bittner. „Nachdem die Deutsche Fahrlehrerakademie jetzt den Zuschlag erhalten hat, erarbeitet sie jetzt den Kompetenzrahmen für alle Fahrerlaubnisklassen, außer der Klasse B. Aber noch einmal, wir nehmen uns für die Einführung von OFSA II einen längeren Zeitraum.“

Mit ähnlichen Argumenten unterstützte Kurt Bartels, 2. Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. „Wir sind Fahrlehrerverbände, keine berufsständischen Verbände – es geht, wie Harry Bittner sagte, um Verkehrssicherheit und nicht um unternehmerische Belange.“ Auch Bartels räumte ein, dass die Rahmenpläne nicht mehr zeitgemäß wären und einer Erneuerung bedürfen. „Es darf aber nicht sein, dass wir aktuellen Trends hinterherlaufen. Die BVF möchte nicht, dass der Präsenzunterricht als Seele der Ausbildung auf dem Altar der Digitalisierung geopfert wird.“ 

Zu den Sachthemen erläuterte Bartels, dass die EU sowohl BF17 wie auch einen Führerschein auf Probe einführen möchte, „vor allem auch, weil das System in Deutschland so gut funktioniert“. Laut Bartels wäre das Thema BF16 allerdings vom Tisch. Das käme erst wieder, wenn BF17 europaweit eingeführt wäre. Der 2. Vorsitzende der BVF wies dann noch darauf hin,  wie wichtig das Engagement in der EU wäre. „Übrigens wurde mit der Initiative des deutschen Verbandes vor 40 Jahren ein europäischer Verband gegründet. Das war wichtig, denn die EU regelt alles, aber nicht die Ausbildung“, so Bartels. „Juristisch gesehen gibt es in Europa keinen Fahrlehrerberuf. Umso wichtiger ist, dass wir uns da gut positionieren.“

Auch zum Thema Prüfmonopol gab Bartels den Anwesenden ein paar Denkanstöße mit auf den Weg: „Alle sprechen immer von einem Monopol. Dabei ist es das nicht! Es ist eine Alleinbeauftragung, eine staatliche Prüfung. Und das wird auch in allen anderen Ländern der EU immer nur von einer Organisation durchgeführt.“ Als verbliebene Problemfelder nannte Bartels Berlin und das Ruhrgebiet, „wobei es im Ruhrgebiet schon viel besser geworden ist.“ Kurt Bartels stellte zur Lösung des Problems die Frage, ob es tatsächlich immer ein Ingenieur sein muss, der die Prüfung abnimmt, denn schließlich wäre eine Fahrerlaubnisprüfung immer mehr eine Verhaltensprüfung und keine technische. „Außerdem sitzen da viel zu viele Männer. Wenn wir es schaffen qualifizierte Frauen in den Beruf des Prüfers zu bekommen, hätten wir viel gewonnen.“

Frank Hohlfeld, vom Fachbereich FE-Wesen der Dekra, referierte unter anderem darüber, dass AM/AM15 offensichtlich eine sehr interessante FE-Klasse vor allem für junge Menschen wäre und gab den Tipp, dort aktiv zu werden. Leider beklagte er aber auch, dass laut seiner Erfahrung die Betrugsversuche bei den FE-Prüfungen drastisch zugenommen hätten. Zum Thema elektronische Fahrberechtigung in Deutschland meinte er: „Die ist zunächst mal ad acta gelegt, weil die EU darüber nachdenkt, eine generelle elektronische Berechtigung für alle Mitgliedstaaten einzuführen."

Michael Kohl, Leiter Gesamtvertrieb der Fahrlehrer Versicherung, stellte den anwesenden Fahrlehrern die neue Wohngebäudeversicherung, als weiteren Baustein eines vollumfänglichen Versicherungsschutzes für Fahrschulen vor. Bei der Einstufung zieht die Fahrlehrer Versicherung insgesamt zehn Kriterien heran, um zu einem fairen Preis zu kommen. Auch in der neuen Sparte gibt es wieder die drei Alternativen „Basis“, „Komfort“ sowie „Premium“. Neue Deckungserweiterungen betreffen künftig die Elementar- sowie die Versicherung von Photovoltaikanlagen.

Im abschließenden internen Teil der Mitgliederversammlung erteilten die anwesenden, stimmberechtigen Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer dem Vorstand des Thüringer Fahrlehrerverbands in persona Harry Bittner, Roberto Storch sowie André Schmidt die Entlastung. Die Beiträge bleiben für das nächste Jahr gleich. Und den Reaktionen des Publikums war zu entnehmen, dass die Fahrlehrerschaft mit der Arbeit ihres Verbandes – allen voran die umfangreichen Infos, Mails sowie die regelmäßigen Weiterbildungen sehr zufrieden ist.

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