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Fahrlehrerkongress 2021: eLBe – Fahraufgabenkatalog und neue Prüfungsrichtlinien

11.11.2021 15:36 Uhr | Lesezeit: 4 min
Fahrlehrerkongress 2021: eLBe – Fahraufgabenkatalog und neue Prüfungsrichtlinien
Bianca Bredow erläuterte die Einsatzmöglichkeiten und Chancen der elektronischen Lernstandsbeurteilung
© Foto: P. Chtarkova

Im zweiten Workshop des 8. Deutschen Fahrlehrerkongresses erläuterten die Referenten, wie der neue Fahraufgabenkatalog und die Software zur elektronischen Lernstandsbeurteilung zu einer modernen, transparenten Ausbildung beitragen.

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Mathias Rüdel, der Geschäftsführer der TÜV | Dekra arge tp 21, beschrieb zunächst das elektronisches Prüfprotokoll und das neue System der Optimierten Praktischen Fahrerlaubnisprüfung (OPFEP) als Ausgangspunkt für die elektronische Lernstandsbeurteilung (eLBe). Fest definierten Fahraufgaben seien seit Einführung der OPFEP im Januar 2021 die Grundlage für die Prüfung – und somit auch immer mehr für die Ausbildung. „Die Fahraufgaben sind das zentrale Element bei der zukünftigen Fahranfängervorbereitung“, bemerkte Rüdel. Durch die langjährige gemeinsame Entwicklungsarbeit vieler Verbände und Vereinigungen sei damit erstmals eine Definition von gutem und richtigen Autofahren entstanden – der „Goldstaub der Grundlagen für die Fahranfängervorbereitung“, wie Rüdel es nannte. Der Fahraufgabenkatalog schaffe zudem eine einheitliche Sprache für Fahrerlaubnisprüfung und Fahrschulausbildung.

Rüdel gewährte Einblick in das elektronische Prüfprotokoll und zeigte den Teilnehmern die Matrix aus Fahraufgaben und Beobachtungskategorien. Damit gelänge es den Prüfern, die Fahrkompetenz des Prüflings systematisch einzuschätzen und jedem Fahrerlaubnisbewerber eine ausführliche Rückmeldung zu geben. Nach mittlerweile rund 1,3 Millionen Prüfungen mit dem neuen System seien die Rückmeldungen der Prüfer, Fahrlehrer und die eingeflossenen Daten als äußerst positiv zu bewerten.

Mehrwert für Fahrlehrer

Wie sich der Fahraufgabenkatalog praktisch auf den Ausbildungsalltag der Fahrlehrer auswirkt, erläuterte Harry Bittner. Auch aus Sicht des Vorsitzenden des Thüringer Fahrlehrerverbands beschreiben die Fahraufgaben die Säulen des guten und richtigen Autofahrens. Daher sei es durchaus sinnvoll die Fahrausbildung anhand der Fahraufgaben (neu) auszurichten.

Für den praktischen Unterricht schlug Bittner vor, nach der Grundausbildung, Themenfahrstunden zu schaffen, in denen man sich beispielsweise speziell dem Geradeausfahren widmen könnte. Ein zuvor erstelltes Anforderungsprofil nach der Matrix des Fahraufgabenkatalogs könnte dann mit dem Schüler besprochen werden, damit auch dieser weiß, was von ihm erwartet wird. Auch eine passgenaue Leistungsrückmeldung an den Schüler wäre so im Nachgang möglich. Im Theorieunterricht könnte der Handlungsalgorithmus für die verschiedenen Fahraufgaben mit den Schülern gemeinsam auseinandergenommen und erarbeitet werden.

Den Fahraufgabenkatalog hält Bittner nicht nur für ein wesentliches Instrumentarium, um die rechtlich verankerten Qualitätsanforderungen für den theoretischen und praktischen Unterricht zu erfüllen, sondern auch, um einen Beitrag zu der von der EU anvisierten "Vision Zero" zu leisten.

Praktische Anwendung von eLBe

Die Geschäftsführerin des Instituts für Prävention und Verkehrssicherheit (IPV GmbH), Bianca Bredow, klärte im Anschluss die Bedeutung von Lernstandsbeurteilungen, wie sie mit eLBe umgesetzt werden können. Verlässliche Informationen darüber, was die Schüler bereits gut können und woran es noch zu arbeiten gilt, beuge nicht nur der Selbstüberschätzung der Schüler vor, sondern wirken auch motivierend und helfen den Fahrlehrern, ihre Ausbildung zielgerichtet zu steuern. Der Lernerfolg der Fahrschüler hänge ganz entscheidend von der pädagogischen Qualität des Unterrichts ab – und zu diesen Qualitätskriterien gehöre die Lernstandsbeurteilung.

Aus der Schulforschung sei bekannt, dass die Beurteilung von Lernständen zu komplex sei, um sie ohne professionelle Instrumente zu meistern. Und da komme eLBe ins Spiel. Die Software baue auf dem Fahraufgabenkatalog auf und stelle damit sicher, dass Fahrlehrer und Prüfer die gleichen Bewertungsmaßstäbe ansetzen. eLBe biete mit seinen vier Lernbereichen – Basisausbildung, Fahraufgaben und Grundfahraufgaben, besondere Ausbildungsfahrten und Prüfungsreifefeststellung – ein Grundgerüst für die praktische Ausbildung. Damit gelinge eine zuverlässige Dokumentation sowie eine systematische Beurteilung der Leistung der Fahrschüler. „eLBe soll Fahrlehrern ihre tägliche Arbeit erleichtern“, resümierte Bredow. Im Rahmen einer Erprobungsstudie aus dem Jahr 2019 bestätigten 27 Fahrlehrer aus ganz Deutschland den Nutzen der Software.

Zur besseren Demonstration der Anwendung führte Bredow noch live durch das Programm und erklärte anhand mehrerer Beispiele die Dokumentations- und Beurteilungsfunktion. Dabei ging sie auf die vielfältigen Möglichkeiten zur Bewertung und Selbsteinschätzung, sowie die Schnittstellen zu weiteren Verlagsprogrammen ein. Die beständige Rückmeldung der Fahrlehrer sei zur weiteren Verbesserung der Software erwünscht.

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