Fahrlehrerkongress: Das Feuer muss brennen

Die versammelte Fahrlehrerschaft war von den Tipps des Persönlichkeitscoaches angetan
© Foto: Werner Kuhnle

Mit dem letzten Vortrag „Erfolg und Motivation in Zeiten der Veränderung“ schien der Buchautor und Persönlichkeitstrainer Jörg Löhr den Nerv der Fahrlehrerschaft vollends getroffen zu haben. Sie waren von seinen Ausführungen begeistert.


Datum:
17.11.2018

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„Was können wir tun, um auch in Zukunft erfolgreich zu bleiben?“, mit diesen Worten eröffnete Jörg Löhr seinen einstündigen Vortrag vor der anwesenden Fahrlehrerschaft, die trotz des am Vorabend stattgefundenen VW-Abends wieder fast vollständig wiedererschienen war. Damit müsse man sich vor allem im Hinblick auf die unzähligen Herausforderungen unserer heutigen Zeit wie Digitalisierung, Elektromobilität oder Fachkräftemangel auseinandersetzen, meinte Löhr.

In eine Richtung gehen

Wer in einem Unternehmen Erfolg haben möchte, müsse in eine Richtung gehen. Diese erste zentrale Aussage seiner Ausführungen versuchte der Persönlichkeitscoach den Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern mit einem Experiment zu verdeutlichen. Er bat den Berufsstand einen Arm in die Luft zu strecken und dabei die Augen zu schließen. „Und nun zeigen Sie bitte mit weiterhin geschlossenen Augen in Richtung Norden.“ Nachdem die Fahrlehrer ihre Augen wieder geöffnet hatten, mussten Sie feststellen, dass Norden für jeden einzelnen in diesem Moment in einer anderen Richtung lag. Was könne man aus dieser Übung lernen? Für Löhr stand fest: Wer Erfolg mit Außenwirkung haben wolle, müsse gemeinsam mit den Mitarbeitern in der Fahrschule, aber auch in den Fahrlehrerverbänden an einem Strang ziehen und in eine Richtung blicken. Um längerfristig erfolgreich zu sein, müsse man zudem Veränderungen annehmen und sich weiterentwickeln. Heutige Marktführer wie Apple hätten auch einmal klein angefangen und sind heute nicht mehr wegzudenken. Dieses Beispiel lasse sich auch auf Fahrschulen herunterbrechen.

Bausteine der Veränderung

Der Veränderungsprozess hin zu einem noch erfolgreicheren Fahrschulunternehmen umfasse lediglich zwei Bausteine, so Löhr. Der erste wichtige Baustein ist die Erhöhung der eigenen Ansprüche. Wer mit gesteigerten Ansprüchen – solche, die aber auch umsetzbar sind – in die Zukunft gehe, steigere unweigerlich auch seinen Energiehaushalt. Und nur wer mit Elan eine Sache angehe, könne auch etwas bewirken. Die meisten Menschen hätten Angst vor Veränderung und würden sich lediglich sogenannte Vermeidungsziele setzen. Sie seien wenig hilfreich. „Was man wirklich braucht sind Anstrengungsziele“, rief er dem begeisterten Plenum zu. Mit diesen Zielen meinte Löhr solche, auf die man hinarbeiten muss, bei denen man auch Energie aufwenden muss, die aber im Ergebnis viel positiver und erfolgreicher als andere sind.

Als weiteren Baustein nannte der Referent die limitierende Überzeugungen, von denen man sich verabschieden müsse. Für den Berufsstand passend, verglich er diese Bremse mit einer Handbremse im eigenen Kopf, die die Fahrlehrerschaft zurückhält. Um diese metaphorischen Handbremsen zu lösen, müsse man die limitierenden Überzeugungen zunächst klar definieren und hinterfragen, was geschehe, wenn keine Veränderung eintrete. Dann müssten diese limitierenden Überzeugungen durch positiv ermutigende Überzeugungen ersetzt werden. Wer noch einen Schritt hin zum anhaltenden Erfolg weitergehen möchte, müsse dann nach Beweisen und Erfahrungen dieser positiv ermutigenden Überzeugungen suchen. Dies könne in der Fahrlehrerschaft vor allem durch den Austausch der Erfahrungen untereinander oder aber durch die Weitergabe des Erfahrungsschatzes an Fahrschüler geschehen. Es sei „clever“ die Erfahrungen der Kollegen für sich zu nutzen, rief Löhr dem Plenum zu. Zuletzt müsse man die Überzeugungen dann auch visualisieren, denn nur wenn man seine Ziele sehe, könnten sie auch erreicht werden.

Drei Faktoren zum Erfolg

Als Abschluss sprach Löhr in seinem Vortrag noch etwas an, was der Fahrlehrerschaft im Berufsalltag sehr hilfreich sein könnte: Erfolg lasse sich anhand drei einfacher Faktoren aufbauen: Gewinnerdenken, Optimismus und Begeisterung. Vor allem der dritte Faktor, Begeisterung, sei besonders hervorzuheben. „Du kannst in anderen nur entzünden, was selber in dir brennt“ – mit diesem Zitat des heiligen Augustinus machte Löhr deutlich, was der eigentliche Kern seines Vortrags war. Das Feuer im Inneren eines Menschen müsse für seine Sache brennen, so könnten ganz neue, eigentlich unmögliche Dinge geschehen. Als Beispiel führte Löhr das isländische Team, dass bei der Weltmeisterschaft 2018 in Frankreich ein ganzes Land in Begeisterungsstürme versetzte. Obwohl zunächst niemand an ihren Erfolg glaubte, schafften sie es als Team, die eigene Begeisterung auf andere zu übertragen, sodass zum letzten Spiel des Teams rund 6.000 Isländer nach Frankreich reisten, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Genau wie es das isländische Nationalteam getan hat, könnten Fahrschulunternehmen auch bei ihren Mitarbeitern ein Feuer entzünden und so gemeinsam noch erfolgreicher werden.

Geschenk an den Berufstand

Als kleines Geschenk an die Fahrlehrerschaft machte Jörg Löhr den anwesenden Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern das Angebot, sie ein Jahr jeden Tag persönlich in einem Online-Erfolgsprogramm zu coachen. Dafür müssten sie sich lediglich per SMS registrieren. Nach dem mitreißenden Vortrag ließ sich der Berufstand nicht zweimal bitten. Die Smartphones wurden gezückt und klickten im Sekundentakt.

(ts)

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