Gefahr für Kinder: Rauchverbot in Autos auch in Deutschland?

Durch Tabakrauch bei Kindern erhöht sich das Risiko deutlich, an Asthma oder Lungenentzündung zu erkranken
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Mehr Giftstoffe als in einer Raucherkneipe: Kinderhilfswerk und ein Berufsverband bringen eine StVO-Änderung zum Schutz von Kindern ins Gespräch.


Datum:
09.09.2017

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Laut Deutschem Krebsforschungszentrum sind rund eine Million Kinder in Deutschland Tabakrauch im Auto ausgesetzt. Aus diesem Grund fordern das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) ein gesetzliches Rauchverbot in Fahrzeugen, wenn Kinder mitfahren. In einem gemeinsamen Appell an die Bundesregierung schlagen die Verbände eine entsprechende Änderung der Straßenverkehrsordnung vor, um Kinder und Jugendliche „vor den massiven Gefahren des Passivrauchens zu schützen“.

Wie die beiden Organisationen mitteilen, hätten Messungen des Deutschen Krebsforschungszentrums ergeben, dass die Giftstoffbelastung durch Raucher im Auto extrem hoch sei und selbst bei leicht geöffnetem Fenster die Konzentration mancher toxischer Partikel teils fünfmal so hoch sei wie in einer durchschnittlichen Raucherkneipe. Appelle reichen nach Ansicht des DKHW und des BVKJ Appelle deshalb nicht mehr aus. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen müsse gesetzlich abgesichert werden.

„Viele europäische Länder schützen Kinder und Jugendliche in Fahrzeugen bereits durch ein gesetzliches Rauchverbot, beispielsweise in Frankreich, Finnland, Großbritannien und Italien. Diesen Beispielen sollten wir unseren Kindern zuliebe umgehend folgen", betont Anne Lütkes, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes.

„Tabakrauchbelastete Kleinkinder haben gegenüber unbelasteten Kindern ein um 50 bis 100 Prozent erhöhtes Risiko, an Infektionen der unteren Atemwege, an Asthma, Bronchitis oder Lungenentzündung zu erkranken. Daneben kann Passivrauchen bei Kleinkindern zu Mittelohrentzündungen führen. Ferner leidet bei den Kindern der Geruchssinn, Herz und Kreislauf sind weniger leistungsfähig. Auch das Risiko für einen plötzlichen Kindstod wird durch Passivrauch deutlich erhöht. Deshalb müssen besonders Kleinkinder, aber auch größere Kinder und Jugendliche vor den Gefahren des Passivrauchens geschützt werden", sagt Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. (tr)

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